Energie gespart, Nerven geschont, Pflicht erfüllt
Sport
17. Februar 2026

Energie gespart, Nerven geschont, Pflicht erfüllt

Gastgeber Italien wird für die Schweiz nicht zum Stolperstein. Mit einem 3:0-Sieg erspielt sich das Team von Patrick Fischer im Viertelfinal gegen Finnland die Chance auf einen historischen Sieg.

Ein 11:0 wie wie es die Finnen zum Abschluss der Vorrunde gegen Italien aufs Eis gezaubert haben, wurde es nicht. Dennoch darf der Schweizer Auftritt im Achtelfinal gegen den klaren Underdog als souverän bezeichnet werden. «Wir haben alles im Griff gehabt und auch nicht unsere Nerven strapaziert», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer.

Dazu trug auch das frühere 1:0 durch Philipp Kurashev nach nur 79 Sekunden bei. Und obwohl die Schweizer nach dem 2:0 von Roman Josi (11.) in regelmässigen Abständen beste Chancen ausliessen und wiederholt am einmal mehr stark aufspielenden italienischen Goalie Damian Clara scheiterten, gerieten sie nie ins Zittern.

So war der Pflichtsieg letztlich kein Kantersieg, sondern einfach eine kontrollierte Angelegenheit. Das sah auch Fischer so: «Das Wichtigste heute war der Sieg und dass wir nicht zu viel Energie verpufft haben.»

Bis zum Viertelfinal am Mittwochabend (18.10 Uhr) bleiben den Schweizern etwas mehr als 27 Stunden zur Regeneration und zur Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Die Finnen werden deutlich ausgeruhter antreten. Sie genossen nach der Vorrunde drei spielfreie Tage, haben im Gegensatz zu den Schweizern aber noch nie in der kleineren der beiden Olympia-Arenen auf dem Mailänder Messegelände gespielt.

Die hohe Hürde Viertelfinal

Doch das alles soll kein Faktor sein, wenn sich den Schweizern am Mittwoch die Chance bietet, Geschichte zu schreiben. Im Gegensatz zu den Frauen haben die Männer an einem olympischen Turnier bislang noch nie ein Viertelfinalspiel gewonnen – auch nicht beim Bronze-Gewinn 1928 und 1948 in St. Moritz. Damals wurden die Medaillen in einer Finalrunde mit vier Teams (1928) beziehungsweise in einer Neunergruppe im Modus «jeder gegen jeden» (1948) vergeben.

Zwar erreichte die Schweiz in diesem Jahrtausend bereits dreimal die Viertelfinals, weiter kam sie jedoch nie. 2006 in Turin setzte es gegen Schweden eine 2:6-Niederlage ab, 2010 in Vancouver unterlag sie den USA 0:2 und 2022 in Peking Finnland 1:5. Im Gegensatz zu vor vier Jahren waren 2006 und 2010 auch NHL-Spieler dabei.

Josis Teamkollege im Tor

Apropos NHL: Im finnischen Olympia-Kader steht nur ein Akteur, der sein Geld nicht in der besten Liga der Welt verdient: Mikko Lehtonen. Der Verteidiger des Schweizer Meisters ZSC Lions kam nach einem folgenschweren Fehler im Startspiel gegen die Slowakei (1:4) zuletzt allerdings nicht mehr zum Einsatz. Der prominenteste Name im finnischen Team ist Stürmer Mikko Rantanen von den Dallas Stars.

Captain Roman Josi rechnet gegen «Suomi» mit einem Duell auf Augenhöhe. «Sie spielen ähnlich wie wir, gut im System, und haben natürlich sehr gefährliche Einzelspieler», sagt der NHL-Verteidiger. Besonders gut kennt Josi Goalie Juuse Saros, seinen langjährigen Teamkollegen bei den Nashville Predators. «Er ist ein super Goalie.» Seinen Mitspielern werde er sicher den einen oder anderen Tipp mit auf den Weg geben können.

Auf Schweizer Seite würde es überraschen, wenn Fischer nicht erneut auf Leonardo Genoni im Tor setzen würde. Mit einer sagenhaften Fangquote von 96,20 Prozent ist der MVP der letzten WM die Nummer 1 des Turniers.

Fischers Appell an die Schweizer Fans

Fischer blickt der Partie gegen die Finnen mit grosser Vorfreude entgegen. «Wir freuen uns mega. Es ist eine Riesen-Challenge. Sie haben eine Topmannschaft, wir haben eine Topmannschaft. Der Bessere wird gewinnen», sagt er. Gleichzeitig richtet er einen Appell an die Schweizer Anhänger: «Wir brauchen die Schweizer Fans morgen in diesem Stadion, damit wir einen Vorteil haben.» Und schiebt mit einem Lächeln nach: «Kuhglocken nicht vergessen!»

Das Ziel ist klar: Die Schweiz will wieder in der grösseren Arena antreten können. Die Halbfinals am Freitag sowie die Medaillenspiele am Wochenende werden allesamt in der Santagiulia Arena ausgetragen.