«Vielleicht ist die Zeit gekommen, nun zu gehen»
Sport
19. Februar 2026

«Vielleicht ist die Zeit gekommen, nun zu gehen»

Colin Muller zeigt sich nach dem Gewinn von Olympia-Bronze mit dem Schweizer Frauen-Nationalteam stolz - und deutet an, dass das Spiel um Platz 3 sein letztes als Nationaltrainer gewesen sein könnte.

Colin Muller, Sie gewannen 2013 als Trainerassistent mit den Schweizer Männern WM-Silber – nun haben Sie auch mit den Frauen an einem grossen Turnier eine Medaille geholt. Was bedeutet Ihnen das?

«Ehrlich gesagt weniger, als man vielleicht denkt. Ich bin vor allem glücklich für die Frauen. Wir haben letztlich das richtige Team zusammengestellt. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir erreicht haben. Vor dem Turnier sagten wir, dass wir hierherkommen, um eine Medaille zu gewinnen, nicht, um Vierter oder Fünfter zu werden. Und das Team hat daran geglaubt. Diese Medaille gehört den Spielerinnen. Hoffentlich gibt das dem Frauen-Eishockey in der Schweiz einen grossen Schub. Das war Spektakel pur.»

Wie sehr haben Sie während der Verlängerung mitgelitten?

«Diese zehn Minuten waren wahnsinnig schwierig, auch für mich als Trainer. Man sucht auf der Bank die Spielerinnen, die noch Energie haben und das Tempo mitgehen können. Drei gegen drei nach einem so langen Turnier ist extrem intensiv. Ein grosses Kompliment an unsere Frauen, besonders an Alina Müller. Sie ist für mich eine der besten Spielerinnen der Welt, wenn nicht die beste. Welche Energie sie nach so viel Einsatzzeit noch hatte, ist beeindruckend.»

Ihr Vertrag mit dem Verband läuft Ende Saison aus. Wie sieht Ihre Zukunft aus?

«Ich glaube, das war mein letztes Spiel als Nationaltrainer. Ich bin froh, wenn ich so aufhören kann. Die Frauen haben in den letzten sechs Jahren ein enormes Commitment gezeigt. Sie waren immer da, wenn sie gebraucht wurden. In den vergangenen vier Jahren sind wir zu einem echten Team zusammengewachsen, ein Mix aus erfahrenen Leaderinnen und Jungen. Wir stellten hier das jüngste Team des Turniers. Vielleicht ist die Zeit gekommen, jetzt zu gehen. Aber ich kann es nicht zu hundert Prozent sagen.»

Im fünften Anlauf in einem Medaillenspiel unter Ihnen als Nationaltrainer hat es endlich mit einem Sieg geklappt. Fühlt sich das auch wie eine Erlösung an?

«Es war immer sehr knapp gewesen. Deshalb bin ich sehr stolz, dass wir das heute wirklich geschafft haben. Das ganze Team hat von Beginn an geglaubt, dass wir das schaffen können. Mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir eine starke Equipe schlagen können, und Schweden war sehr stark. Wir haben das ganze Turnier über sehr gut gespielt. Ich bin sehr stolz darauf.»