Ein Brillenbruch für nichts und groteske Selfie-Wünsche
Sport
20. Februar 2026

Ein Brillenbruch für nichts und groteske Selfie-Wünsche

Linus Strasser berichtet von grotesken Selfie-Szenen in Bormio, während in Mailand sowohl in der Eishalle als auch in den Pubs (vergeblich) gejubelt wird. Das sind die Olympia-Splitter vom Freitag.

Kuss mit Folgen auf der Tribüne

Der Vater von Joep Wennemars sorgte beim 1500-m-Rennen für einen der schrägsten Olympia-Momente. Nach dem vermeintlichen Rekordlauf seines Sohnes jubelte Erben Wennemars, ehemaliger Eisschnelllauf-Weltmeister und zweimaliger Bronzemedaillengewinner an den Winterspielen 2006, so fest, dass er einem verdutzten Volunteer einen Kuss aufdrückte – inklusive Brillenbruch des Helfers. Als er den Schaden bemerkte, entschuldigte er sich sofort und mehrmals, feierte aber weiter. Sportlich kam es aber dann ganz bitter: In den letzten Paarungen zogen noch drei Athleten vorbei, womit für Joep Wennemars nur der 4. Rang blieb.

Mitfiebern in Wellen

Nicht alle kanadischen Eishockey-Fans in Mailand bekamen ein Ticket für den Halbfinal gegen Finnland. Viele wichen ins berühmte Navigli-Viertel aus und fieberten dort vor den zahlreichen Pubs mit. Blöd nur: Die Fernseher der Barbetreiber waren alles andere als synchron, teils bis zu einer Minute zeitversetzt. Dies führte zu herrlich schrägen Szenen. Während die einen sich über eine vergebene Torchance ärgerten, beklatschten nebenan andere schon eine Parade des kanadischen Goalies.

Fans hinter Gittern

Nach seiner harschen Kritik an den Umständen bei den Olympia-Rennen in Bormio hat der deutsche Skirennfahrer Linus Strasser seinen Ärger noch einmal erklärt. «Es war kein spontaner Ausdruck aus einer sportlichen Enttäuschung heraus. Ich habe es gesagt, weil ich überzeugt bin, dass wir Athleten auch mal unseren Mund aufmachen müssen», schrieb der 33-Jährige bei Instagram. Strasser hatte bei seinen Interviews im Zielraum vor allem die Trennung der Athleten von den Fans mit weit entfernten Tribünen in Bormio kritisiert. «Olympische Spiele brauchen echte Nähe, echte Fans, echte Enthusiasten, die uns tragen, mit uns leiden, uns besser machen, uns verzeihen und trösten, wenn es mal nicht gut läuft», erklärte Strasser nun mit etwas Abstand und berichtete von einem Erlebnis mit vier Kindern, die durch Gitter getrennt ihre Autogrammbücher nur schwer an Strasser übergeben konnten. «Ein Selfie-Wunsch war grotesk zu erfüllen, weil es nicht nach einer glücklichen Begegnung aussah», schrieb Strasser.