Tausende bei Trauermarsch für rechten Aktivisten in Lyon
Politik
21. Februar 2026

Tausende bei Trauermarsch für rechten Aktivisten in Lyon

In Lyon haben rund 3.200 Menschen an einem Gedenkmarsch für einen nationalistischen Aktivisten teilgenommen. Wie Medien mit Bezug auf die verantwortliche Präfektur weiter mitteilten, waren etwa 500 Polizisten im Einsatz, um die Veranstaltung abzusichern. Zu dem Trauermarsch riefen mehrere rechtsextreme und streng katholische Gruppen auf. Der mutmassliche Mord an dem Studenten löste in Frankreich eine politische Krise aus.

Die Behörden hatten im Vorfeld des Gedenkmarsches vor möglichen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Lagern gewarnt. Präsident Emmanuel Macron rief vor dem Trauermarsch zur Ruhe auf und betonte, dass es keinen Platz für Milizen gebe, egal, woher sie kämen. Zudem kündigte er eine Kabinettssitzung zu gewalttätigen Gruppen mit Parteiverbindungen an.

Aktivist brutal zusammengeschlagen

Der 23-jährige Student war vor einer Woche an den Folgen schwerster Kopfverletzungen gestorben. Er hatte sie bei einem Angriff am Rande einer rechten Kundgebung erlitten, die den Auftritt der Europaabgeordneten der französischen Linkspartei La France Insoumise (LFI), Rima Hassan, begleitete. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der Student zum Schutz einer kleinen Gruppe von Frauen bereitgehalten, wurde jedoch von rund 20 maskierten Personen attackiert und schwer verletzt.

Ermittlungen und Festnahmen im linken Spektrum

Sieben Verdächtige wurden inzwischen festgenommen. Sechs sitzen wegen des Vorwurfs des vorsätzlichen Mordes und der schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft, ein weiterer wurde unter Justizaufsicht gestellt. Drei der Männer sollen der radikalen Linken angehören; einer ist parlamentarischer Assistent des LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault und Mitgründer der antifaschistischen «Jeune Garde» (auf Deutsch: Junge Garde), die nach Medienberichten für den Angriff verantwortlich gemacht wird.

Laut französischen Medien gehörte der Getötete verschiedenen rechtsextremen Gruppierungen an, wie der «l’Action française», war Mitgründer der nationalistisch-revolutionären Gruppierung «Allobroges Bourgoin», und in Lyon war er demnach Mitglied des rechtsextremen Gruppenkollektivs «Audace».

Der auf Video dokumentierte Vorfall löste landesweit Empörung aus und verschärfte die politischen Spannungen in Frankreich.