Eine weitere bittere Pille für den FC Winterthur
Sport
1. März 2026

Eine weitere bittere Pille für den FC Winterthur

Es sieht nicht gut aus für den FC Winterthur. Was nach dem 1:2 in St. Gallen am Samstag noch für das Schlusslicht der Super League spricht, ist seine bemerkenswerte Moral.

Alles gegeben und dafür doch nichts bekommen. Für den FC Winterthur war das Gastspiel in St. Gallen schwer verdaulich. Nicht nur weil es zum fünften Mal in Folge keine Punkte gab, sondern vor allem weil der Spielverlauf kaum brutaler hätte sein können. Erst in der Schlussviertelstunde mussten die Zürcher nach langer Führung den Ausgleich hinnehmen und dann in der 94. Minute sogar noch das 2:1 schlucken – durch einen Penalty, den man guten Gewissens auch nicht hätte geben können, zumal er erst auf Intervention des VAR zugesprochen wurde.

«Wir haben gut gespielt», sagte Winterthurs Stürmer Roman Buess im TV-Interview mit blue nach der Partie. «Natürlich ist es kein Champagner-Fussball, den wir zeigen. Dazu sind wir momentan nicht in der Lage.» Man müsse auch nicht brillieren. «Wir müssen Punkte holen.» Umso schmerzhafter ist nun der Ausgang der Partie in St. Gallen mit diesem zweiten Elfmeterpfiff von Referee Désirée Blanco. Dass Buess für die beiden Penaltys – den ersten verschoss Carlo Boukhalfa in der ersten Halbzeit, den zweiten verwertete Alessandro Vogt mit Glück zum 2:1 – wenig Verständnis hat, lässt sich leicht interpretieren. In die Details geht er bewusst nicht: «Wir müssen auf uns schauen.»

Den gleichen Ansatz verfolgt Trainer Patrick Rahmen. Die Pfiffe der Schiedsrichterin sind im TV-Interview kein Thema, «obwohl ich dazu natürlich eine Meinung habe, die ich aber denen kundtun werde, die davon betroffen sind». Der Basler will positiv bleiben, die Opferrolle vermeiden. Er weist darauf hin, dass sein Team nach dem 1:1 selber zwei gute Chancen zum 2:1 vergeben hat. Er betont, dass die Last-Minute-Niederlage ein Schritt nach vorne ist nach den letzten vier deutlichen Pleiten. 0:3 beim FC Zürich, 1:6 bei YB, 1:5 gegen St. Gallen und 0:3 beim FC Thun waren die Resultate im letzten Monat gewesen bis zu diesem Gastspiel in St. Gallen.

Natürlich habe die Negativserie zu Unzufriedenheit im Team geführt und der Druck von aussen sei spürbar. «Wenn man ganz unten steht, weiss es jeder besser», so Rahmen. Aber das Team sei solidarisch, stehe zusammen und fokussiere sich auf die Arbeit. «Eine Mannschaft, die tot wäre, würde nicht so einen Match zeigen wie wir heute», antwortet Buess jenen, die den Abstiegskampf schon für entschieden halten. «Auf der Leistung können wir aufbauen, aber es ist klar: Wir brauchen Punkte.» Die nächste Chance gibt es bereits am Dienstag im Heimspiel gegen Servette.