Gemeindepräsident von Crans-Montana tritt teilweise in den Ausstand
Der Gemeindepräsident von Crans-Montana VS, Nicolas Féraud, bleibt im Amt. Der FDP-Politiker wird sich ab sofort aber nicht mehr in das Dossier der Brandkatastrophe einmischen. Der Gemeinderat von Crans-Montana hat die Ermittlungen gegen Féraud zur Kenntnis genommen.
Féraud ist ab sofort nicht mehr mit Entscheidungen rund um die Aufarbeitung der Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht betraut. Er trete in dieser Sache in den Ausstand, nehme ansonsten seine Aufgaben als Gemeindepräsident weiter wahr, teilte der Gemeinderat nach einer Krisensitzung am Dienstag mit.
Der Beschluss erfolgte, weil die Staatsanwaltschaft gut zwei Monate nach der Tragödie mit 41 Toten und mehr als 115 Verletzten Ermittlungen gegen Féraud aufgenommen hat. Sie führt ein Strafverfahren unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung.
Im Raum steht die Frage, ob Féraud seine Aufsichtspflicht verletzt hat. Er hatte kurz nach dem Brand eingeräumt, dass die Gemeinde die jährlich vorgeschriebene Brandschutzkontrolle in der Unglücksbar «Le Constellation» seit 2019 nicht mehr durchgeführt hatte.
Zu Beginn der Krisensitzung vom Dienstag informierte Féraud den Gemeinderat offiziell über die Ermittlungen gegen ihn. Er schlug vor, für den weiteren Verlauf der Sitzung in den Ausstand zu treten.
Um die Bearbeitung der mit der Tragödie verbundenen Angelegenheiten sicherzustellen, hat die Exekutive den für Wirtschaft und Freizeit zuständigen Gemeinderat Sébastien Rey zu seinem Nachfolger ernannt. Féraud nimmt seit diesem Dienstag nicht mehr an den Krisensitzungen im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe teil.
Der Ausstand Férauds für alle Aspekte im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen des Brandes gilt mit sofortiger Wirkung und solange er unter Verdacht steht. Als Präsident der Gemeinde Crans-Montana behalte Féraud alle seine Befugnisse für die Führung der laufenden Geschäfte, hiess es in der Mitteilung der Gemeinde.
«Ich habe damit gerechnet, im Rahmen dieser Untersuchung von der Staatsanwaltschaft angehört zu werden», räumte Féraud ein. Eine solche Tragödie werfe unweigerlich viele Fragen auf. Er werde uneingeschränkt mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten, damit die Fakten festgestellt werden könnten.
