Sechs Tote bei Postauto-Brand in Kerzers: Polizei geht von mutwilliger Tat aus
Politik
11. März 2026

Sechs Tote bei Postauto-Brand in Kerzers: Polizei geht von mutwilliger Tat aus

Beim Brand eines Postautos im Zentrum von Kerzers FR sind am frühen Dienstagabend sechs Menschen ums Leben gekommen. Weitere vier Passagiere und ein Rettungssanitäter wurden verletzt. Die Polizei geht derzeit von einer mutwilligen Tat aus.

Drei der Verletzten befinden sich laut Polizeiangaben in einem kritischen Zustand, eine Person wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen.

Derzeit geht die Polizei davon aus, dass der Brand durch eine Person mutwillig verursacht worden ist, wie sie weiter mitteilte. Die Ermittlungen dazu würden laufen. «Zeugenaussagen zufolge hat eine Person vorsätzlich mit einem Brandsatz hantiert», erklärte Frédéric Papaux, Sprecher der Polizei. Er betonte, dass die Untersuchungen im Gange seien.

Die Polizei gehe auch Meldungen nach, wonach sich eine Person mit Benzin übergossen und angezündet habe, sagte eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Nichts dazu sagen wollte sie, ob es sich möglicherweise um einen Terroranschlag gehandelt habe.

Identifizierung der Toten läuft

Die Identität der Verletzten ist geklärt. Die Identifikation der Toten steht nach Polizeiangaben noch aus, und die notwendigen Arbeiten seien bereits angelaufen. Für die Angehörigen hat die Polizei eine Hotline eingerichtet unter der Nummer 0800 261 700.

Der Bus sei von Düdingen nach Kerzers unterwegs gewesen, hiess es an der Medienkonferenz weiter. Gegen 18.25 Uhr sei die Einsatz- und Alarmzentrale der Kantonspolizei über den Brand an der Murtenstrasse in Kerzers informiert worden.

Als die Rettungskräfte vor Ort eingetroffen seien, sei das Fahrzeug bereits vollständig in Flammen gestanden. Verletzte Passagiere seien aus dem brennenden Fahrzeug gestiegen, sagte Papaux. Im Inneren des Busses hätten die Einsatzkräfte verstorbene Personen vorgefunden.

Zur Anzahl der Passagiere im Postauto konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Der Brand sei auf der Strecke ausgebrochen. Die Rettungsmassnahmen waren am späteren Dienstagabend noch im Gang.

Worte der Anteilnahme

Die Schweizerische Post hat sich am Dienstagabend in einer ersten Reaktion auf den Postauto-Brand in Kerzers FR betroffen von der tragischen Nachricht gezeigt. «Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Angehörigen der Verstorbenen», liess die Post auf Anfrage verlauten. Ein Care-Team stehe ab Mittwoch für Mitarbeitende zur Verfügung. Die Post stehe in engem Kontakt mit der Kantonspolizei Freiburg, die für die Untersuchung des Vorfalls unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Freiburg zuständig sei.

Der Freiburger Staatsrat sprach in einer Mitteilung in der Nacht auf Mittwoch den Familien und Angehörigen der Opfer sein tiefstes Beileid aus. Die Anteilnahme der Kantonsregierung richtete sich auch an alle anderen Personen, die vom Brand betroffen sind. Zudem würdigte die Regierung das Engagement der Einsatzkräfte.

Auch von Bundespräsident Guy Parmelin kamen Worte der Anteilnahme. Er zeigte sich über den Vorfall bestürzt. Es mache ihn traurig, dass erneut Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind, schrieb Parmelin – wohl in Gedenken an die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS in der Silvesternacht – auf der Onlineplattform X.

Den Angehörigen der Verstorbenen von Kerzers sprach der Bundespräsident sein Beileid aus. Seine Gedanken seien auch bei den Verletzten und den Rettungskräften. «Die Hintergründe werden geklärt», versprach Parmelin.