Weil Rast als Halbzeitführende ausscheidet: Bündner Riesenslalomspezialistin ist als 16. beste Schweizerin
Sport
14. März 2026

Weil Rast als Halbzeitführende ausscheidet: Bündner Riesenslalomspezialistin ist als 16. beste Schweizerin

Die Entscheidung im Kampf um die Riesenslalom-Kristallkugel fällt in Are klar zugunsten von Julia Scheib aus. Die Österreicherin siegt, Camille Rast scheidet aus. Die Engadinerin Vanesa Kasper wird 16.

Julia Scheib holte sich in Schweden ihren fünften Saisonsieg mit 0,36 Sekunden Vorsprung vor der Amerikanerin Paula Moltzan, Dritte wurde die Neuseeländerin Alice Robinson (0,75 s zurück).

Die 27-jährige Steirerin stellte damit auch in der Riesenslalom-Wertung auf höchst souveräne Art und Weise ihren Triumph sicher. Bei einem noch ausstehenden Rennen beträgt ihr Vorsprung 189 Punkte auf Camille Rast.

Wermutstropfen Olympia

«Es fühlt sich unglaublich gut an. Ich habe selten so einen Fight gehabt wie jetzt im zweiten Durchgang», sagte Scheib im ORF-Interview. Sie habe für den Sieg «alles reingelegt». Nach ihrem doppelten Triumph verspürte die Österreicherin «Erleichterung und pure Freude».

Einziger Wermutstropfen in dieser für sie grandiosen Saison ist das Verpassen einer Medaille an den Winterspielen. «Wenn man so eine Saison hat, will man natürlich eine Medaille holen», so Scheib, die zugab, dass sie nach Cortina «ein bisschen zu kämpfen» hatte. Trotzdem gelang es ihr, die Enttäuschung von Olympia zu verarbeiten und schnell genug abzuhaken. Belohnt wurde Scheib mit der Riesenslalom-Kristallkugel. Die letzte ÖSV-Fahrerin, die in dieser Wertung gewonnen hatte, war Eva-Maria Brem in der Saison 2015/16 gewesen.

Erstmals keine Punkte für Rast

Die Halbzeit-Leaderin Rast wusste vor dem Start um die schwierige Ausgangslage. Da sie mit 89 Punkten Rückstand auf Scheib nach Skandinavien gereist war und diese im Klassement nun vorne lag, hätte ihr im «Kugel-Kampf» nur ein Sieg – es wäre erst ihr zweiter in der Disziplin Riesenslalom gewesen nach demjenigen Anfang Januar in Kranjska Gora – weiterhelfen können.

Die Walliserin nahm deshalb wie schon am Morgen, an welchem sie mit elf Hundertsteln Vorsprung vor Scheib die Bestzeit fuhr, viel Risiko – und schied bereits nach wenigen Toren aus. Es war im 17. Weltcup-Einsatz der Saison der erste Nuller für die 26-Jährige, die seit Ende November in jedem Rennen mindestens Platz 4 belegt hatte.

«Ich bin über mein Rennen heute enttäuscht. Ich kam nicht weit, das könnte man sicher besser fahren. Ich nahm vielleicht etwas viel Risiko, kriegte einen Schlag und hatte keine Chance mehr», zeigte sich Rast im SRF-Interview selbstkritisch. «Leider gelang es mir nicht, das Duell mit Julia bis zum Weltcup-Finale offenzuhalten. Sie hatte eine super Saison, ich gratuliere ihr.»

Shiffrin noch 120 Punkte vor Aicher

Offen präsentiert sich vor den letzten fünf Saisonrennen noch der Kampf um die grosse Kristallkugel. Die Deutsche Emma Aicher machte am Samstag dank dem 4. Rang – ihrem mit Abstand besten Resultat in einem Riesenslalom – fünf Punkte gut auf Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin wurde Fünfte und führt in der Gesamtwertung noch mit 120 Punkten vor Aicher.

Shiffrin erhält am Sonntag in Are mit dem Slalom gleich Gelegenheit zur Revanche. In ihrer stärksten Disziplin, in welcher sie in diesem Winter sieben von acht Weltcup-Rennen gewonnen hat und einmal in Kranjska Gora hinter Rast Zweite geworden ist, ist sie die grosse Favoritin auf den Tagessieg.

Schweizer Quintett in den Punkten

Beste Schweizerinnen im Riesenslalom in Are waren nach Rasts Ausfall Vanessa Kasper (16.) und Stefanie Grob (17.). Wendy Holdener reichte es mit dem 19. Platz ebenfalls in die ersten 20. Ein paar Weltcup-Punkte gab es zudem für Dania Allenbach (24.) und Sue Piller (27.).

Neben Rast sind Kasper und Holdener ebenfalls für das Weltcup-Finale der besten 25 in Norwegen qualifiziert, Piller hingegen scheiterte ganz knapp. Der letzte Riesenslalom der Saison findet am 25. März in Hafjell statt.