Jubiläums-Podest für Holdener, Shiffrin dominiert weiter
Wendy Holdener steht in Are als Dritte zum 40. Mal in ihrer Karriere im Weltcup auf einem Slalom-Podest. Emma Aicher sorgt dafür, dass der Kampf um die grosse Kristallkugel weiter spannend bleibt.
Knapp vier Wochen liegen zwischen dem Olympia-Slalom in Cortina d’Ampezzo und dem Weltcup-Slalom in Are. Für Wendy Holdener trennen die beiden Rennen Welten. Und dies, obwohl sie in Schweden nur einen Platz besser abgeschnitten hat als in Norditalien.
Unter den fünf Ringen verpasste die Schwyzerin die angestrebte Medaille als Vierte um 22 Hundertstel. Am Sonntag stieg sie zum zweiten Mal in dieser Saison und zum insgesamt 40. Mal in ihrer Karriere im Slalom auf ein Weltcup-Podest. Bei Halbzeit auf Platz 4 liegend, fing sie in der Entscheidung die Vorjahressiegerin Katharina Truppe noch ab. Für einmal hatte sie die Hundertstel auf ihrer Seite, deren neun trennten sie am Ende von der Österreicherin.
Gemischte Gefühle im Schweizer Lager
Sie habe nach den Olympischen Spielen etwa zehn Tage gebraucht, um alles zu verarbeiten, sagte Holdener im Interview mit SRF. «Ich hatte in dieser Zeit nicht wirklich Lust auf Skifahren. Es war eine grosse Enttäuschung, dass ich mein Ziel nicht erreichen konnte.» Nun in Are strahlte sie nach dem Rennen mit der Sonne um die Wette. Sie habe zwar ein gutes Gefühl gehabt auf der Piste. «Aber das hatte ich diese Saison auch schon und am Ende war ich eine Sekunde hinten.»
Kein gutes Gefühl hatte Camille Rast. Die Weltmeisterin und Olympia-Zweite fand gemäss eigener Aussage den Schlüssel nicht, um auf dem frühlingshaften Schnee schnell zu sein. «Auf dieser Piste bist du entweder sehr gut oder sehr schlecht. Dieses Wochenende war es eher sehr schlecht.» Am Samstag als Halbzeit-Führende im Riesenslalom ausgeschieden, resultierte am Sonntag lediglich Platz 10.
Aicher lässt nicht abreissen
Dabei ist Rast die einzige, die in dieser Saison mit Überfliegerin Mikaela Shiffrin mithalten und sie gar einmal besiegen konnte. Platz 2 in Kranjska Gora ist nach wie vor die einzige «Niederlage» für die Amerikanerin in diesem Slalom-Winter. Shiffrin gewann in Are zum achten Mal im neunten Slalom und feierte an jenem Ort, an dem sie im Dezember 2012 ihr erstes Weltcuprennen gewann, ihren 109. Sieg auf höchster Stufe.
Emma Aicher war die einzige, die weniger als eine Sekunde auf die entfesselte Shiffrin einbüsste. Die deutsche Allrounderin hält damit die Spannung im Gesamtweltcup aufrecht. In den noch vier ausstehenden Rennen muss sie einen Rückstand von 140 Punkten aufholen, um sich zum ersten Mal die grosse Kristallkugel zu sichern. Für Shiffrin wäre es bereits der sechste Sieg im Gesamtweltcup.
Die Entscheidung fällt beim Saisonfinale, das vom 21. bis 25. März in Kvitfjell (Speedrennen) und Hafjell (Technikrennen) zur Austragung kommt.
