Zürichs groteske Serie der späten Gegentore
Die Samstagsspiele der Super League bestätigen mit Thuns nächstem Sieg und Zürichs Manko in der Schlussphase erneut den Trend. Die Serie der späten Gegentore des FCZ nimmt fast schon groteske Züge an.
Während Thun in der Stockhorn-Arena auch auf schneebedecktem Terrain nicht aus der Balance geriet und gegen die Grasshoppers ein 0:1 in ein 5:1 drehte, nimmt die Negativserie des FC Zürich zusehends absurde Züge an. Zum dritten Mal in Folge und zum gefühlt x-ten Mal in den letzten Wochen gaben die Zürcher in der Schlussphase Zählbares aus der Hand.
Kreshnik Hajrizi traf am Samstag im Letzigrund in der 85. Minute zum 2:1-Auswärtssieg für den FC Sion. Nicht weniger als 15 Punkte entgingen dem FCZ in dieser Saison nunmehr durch Gegentore nach der 80. Minute, nicht wenige in den letzten Spielen. Vor Sion, das zuvor neunmal auswärts nicht gewonnen hat, trafen im März auch das siebenmal sieglose Servette (Junior Kadile in der 88. Minute) und das in neun Pflichtspielen ohne Erfolg gebliebene Lausanne-Sport (Karim Sow in der 92. Minute) spät zum 2:1.
Im Februar drehten Xherdan Shaqiri und Ibrahim Salah ab der 90. Minute ein 0:1 in ein 2:1 für den FC Basel, im Januar erzielte Shaqiri in der 94. Minute das 4:3. Im Dezember trafen Christopher Ibayi und Fabio Fehr ab der 85. Minute zum 4:2 für Thun, Kevin Behrens in der 91. Minute zum 1:0 für Lugano und Roman Buess in der 91. Minute zum 2:2 für Winterthur.
Hinzu kommen Gegentore nach der 80. Minute gegen die Young Boys (zwei beim 0:3 am 1. Februar, eines beim 0:3 am 1. März), gegen die Grasshoppers (eines beim 2:1-Derbysieg am 21. Februar, eines bei der 0:3-Niederlage am 4. Oktober), gegen Servette (eines beim 2:1-Sieg am 13. September), gegen Winterthur (eines beim 3:1-Sieg am 30. August) und gegen Thun (eines beim 0:4 am 23. August). Verrückt.
«Gefühlt kann ich Woche für Woche das Gleiche erzählen – es sind immer enge Spiele. In jedem der letzten drei Spiele können wir mit einem Unentschieden rausgehen, dreimal gibt es eine Last-Minute-Niederlage. Das ergibt ein ganz anderes Bild, das ist frustrierend», sagte Trainer Dennis Hediger nach der Niederlage gegen Sion. Ob man sich überlege, einen Sportpsychologen heranzuziehen, fragte ein Journalist. Hedigers Antwort: «Wir wollen die Serie natürlich unbedingt brechen. Wir müssen ehrlich zu uns sein, aber wir müssen einfach auch konsequenter verteidigen.»
