Mobilezone erreicht Gewinnziele durch Apfelkiste ein Jahr früher
Wirtschaft
20. März 2026

Mobilezone erreicht Gewinnziele durch Apfelkiste ein Jahr früher

Die Handyladenkette Mobilezone will mit der Übernahme des Onlinehändlers Apfelkiste durchstarten. Das Gewinnziel von 2028 soll bereits im nächsten Jahr erreicht werden. Damit könnte den Aktionären eine höhere Dividende winken.

Ursprünglich wollte Mobilezone bis 2028 einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) von 70 Millionen Franken erzielen. Mit der Übernahme der Onlinehandelsplattform Apfelkiste und des Detailhandelsmarken-Spezialisten Marein dürfte dieses Ziel schon 2027 geschafft werden, sagte der exekutive Delegierte des Mobilezone-Verwaltungsrats, Markus Bernhard, am Freitag in einer Telefonkonferenz zur Akquisition der beiden Firmen.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte Mobilezone im Schweizer Geschäft bei einem Umsatz von 274 Millionen Franken einen EBITDA von 43,4 Millionen Franken ausgewiesen. Damit belief sich die Marge auf 15,8 Prozent.

Die nun gekaufte AK Group mit Apfelkiste und Marein ist deutlich profitabler. Im vergangenen Jahr hat sie einen Umsatz von über 100 Millionen Franken und einen EBITDA von etwa 20 Millionen Franken eingefahren.

Die Apfelkiste sei gut geführt und habe seit der Gründung hohe Margen, erklärte Bernhard. Der Kundenbestand sei sehr gross und die Kunden würden auch immer wieder einkaufen. Zudem sei der Umgang mit Retouren sehr gut.

Auch der Einkauf sei ein Baustein für die gute Gewinnmarge. Durch die gezielte Ausweitung des Sortiments und die frühe Erkennung von Trends bei Lifestyle-Produkten ist es Apfelkiste seit der Gründung gelungen, kontinuierlich und profitabel zu wachsen, hiess es.

Betrieb bleibt eigenständig

Auch nach der Übernahme durch Mobilezone, die spätestens im Juni abgeschlossen werden soll, würden Apfelkiste und Marein eigenständig weiter operieren wie in den vergangenen Jahren. Das gelte auch für die Logistik.

Beim Verkauf gebe es Synergien. So sollen gewisse Produkte der AK Group auch in den Shops von Mobilezone erhältlich sein. Umgekehrt würden Mobilfunkangebote, Handys oder Tablets von Mobilezone künftig auch auf der Plattform von Apfelkiste verkauft, hiess es. Auch beim Einkauf von Waren gebe es Vorteile.

Insgesamt bringe das ab nächstem Jahr Synergien in Höhe eines mittleren einstelligen Millionenbetrags beim EBITDA ab dem nächsten Jahr. Das wären also 4 bis 6 Millionen mehr.

Mehr Dividende nicht unrealistisch

Auf der anderen Seite gebe es praktisch keine Integrationskosten für Apfelkiste und Marein. «Es gibt keinen Personalabbau. Ich wüsste nicht wo. Wir wollen expandieren», sagte Bernhard. Die Ladenkette und das Onlinegeschäft würden sich gut ergänzen. Umsatz und Marge sollen schon in diesem Jahr steigen.

«Wir sind da sehr zuversichtlich», sagte Bernhard. Zu einer Dividendenerhöhung wollte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP keine Auskunft geben: «Wenn das Geschäft aber so läuft wie geplant, wäre das der logische Schritt. Eine stetige Erhöhung der Dividende ist nicht unrealistisch.» Mobilezone hat in den letzten drei Jahren immer eine Dividende von 90 Rappen bezahlt.

Mobilezone hatte Apfelkiste bereits früher kaufen wollen. «Das war nicht der erste Versuch», sagte Bernhard. Aber bisherige Verhandlungen seien immer am Kaufpreis gescheitert.

Nun bezahlt Mobilezone 180 Millionen Franken. Damit seien Aktienrückkäufe kurz- bis mittelfristig vom Tisch. «Wir setzen unser Geld für Akquisitionen ein», sagte Bernhard. Grundsätzlich seien weitere Zukäufe möglich. Im Bereich virtuelle Mobilfunkanbieter (MVNO) und E-Commerce seien noch Akquisitionen zu erwarten.