Mysteriöses Schweigen um Irans neuen Religionsführer
Seit fast zwei Wochen ist Modschtaba Chamenei neuer oberster Führer im Iran, öffentlich gezeigt hat er sich bislang nicht. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle im Krieg.
Laut Nachrichtenportal «Axios» liegen den USA und Israel Geheimdienstinformationen vor, die darauf hindeuteten, dass Modschtaba noch am Leben sei. Es gebe etwa Hinweise darauf, dass Beamte versuchten, persönliche Treffen mit ihm zu vereinbaren.
«Axios» zitierte einen US-Beamten mit den Worten: «Das ist mehr als seltsam. Wir glauben nicht, dass die Iraner sich all diese Mühe gemacht hätten, um einen Toten zum obersten Führer zu ernennen, aber gleichzeitig haben wir keinen Beweis dafür, dass er das Ruder übernommen hat.»
Das israelische Nachrichtenportal «ynet» wiederum beruft sich auf einen Sicherheitsbeamten, dem zufolge Chamenei am Leben, aber womöglich verletzt sei. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass er zwar bei Bewusstsein sei, aber nicht öffentlich auftreten könne. Die Revolutionsgarden würden Mitteilungen in seinem Namen verbreiten. «Dort geschieht etwas sehr Merkwürdiges», so der Beamte.
Unterdessen erschien auf einem Chamenei zugeschriebenen X-Account eine neue Botschaft. Darin heisst es, er sei in einem Taxi anonym durch Teheran gefahren, um Gesprächen der Menschen zuzuhören – eine Methode, die er angeblich für aussagekräftiger halte als Umfragen. Beobachter im Iran halten dieses Szenario für wenig glaubwürdig und vermuten, die Revolutionsgarden wollten den neuen Führer bewusst volksnah inszenieren.
