Alarm in Uffizien-Galerie nach Hackerangriff
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3. April 2026

Alarm in Uffizien-Galerie nach Hackerangriff

In vielen Museen rund um die Welt sind die Sorgen vor Einbrüchen seit einiger Zeit gross. Grund dafür ist der spektakuläre Kunstraub im Louvre in Paris, wo im Oktober ein Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen wurde. Bei den Uffizien gelang es den Hackern nach Informationen aus Ermittlungskreisen seit Februar immer wieder, in die interne Datenbank einzudringen. Dabei fielen ihnen neben Passwörtern und Zugangsdaten zum Fotoarchiv auch genaue Lagepläne sowie die Standorte der Überwachungskameras in die Hände.

Lösegeldforderung aufs private Handy des Museumsdirektors

Dem «Corriere della Sera» zufolge gelangten die Hacker zudem an die private Handynummer von Uffizien-Direktor Simone Verde. Auf diese Weise sei dann die Lösegeldforderung übermittelt worden. Inzwischen ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei. Auch Italiens Behörde für Cyber-Sicherheit ist eingeschaltet. Offiziell gab es von Uffizien-Direktor Verde, der das Museum seit dem Abgang seines deutschen Vorgängers Eike Schmidt 2024 leitet, keinen Kommentar.

Das Museum selbst hatte zuvor schon von Angriffen auf sein IT-System berichtet, ohne allerdings Details zu nennen. Die fast 500 Jahre alten Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit einem Schwerpunkt auf Gemälden und Skulpturen aus der Renaissance. Zum Bestand zählen berühmte Werke von Italienern wie Michelangelo, Raffael, Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli, aber auch von Rembrandt und Hans Holbein. Zu den Uffizien gehören auch der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten.

Schmuckstücke jetzt im Tresor der Bank von Italien

Nach Informationen des «Corriere della Sera» wurden Schmuckstücke aus dem Tesoro dei Granduchi (Schatzkammer der Grossherzöge) nun sicherheitshalber in einen Tresorraum der Banca d’Italia gebracht, der italienischen Notenbank. Mehrere Ein- und Ausgänge blieben jetzt bis auf Weiteres geschlossen. Zudem wurden neue Kameras installiert. Befürchtet werde auch, dass Informationen wie das umfangreiche digitale Archiv des Museums, das in jahrelanger Arbeit erstellt wurde, im Darkweb landen.

Der Zeitung zufolge, die sich auf die Angaben von Ermittlern und Museumsmitarbeitern stützt, könnten die Hacker bereits im August vergangenen Jahres erstmals in das IT-System der Uffizien eingedrungen sein. Wahrscheinlich sei dies über eine Schwachstelle in einer veralteten Software für die Verwaltung der Bilder geschehen, hiess es. «Das war eine der wenigen Stellen, die noch nicht digitalisiert waren. Da sind sie reingekommen» zitierte das Blatt eine interne Quelle im Museum.

Die Uffizien gehören zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Anlage der vom Vulkan Vesuv verschütteten Stadt Pompeji zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Italiens. Noch mehr Besucher als die Gemäldegalerie in Florenz haben die Museen des Vatikans, die auf dem Gelände des katholischen Kirchenstaats mitten in Rom liegen. Auch dort waren nach dem Einbruch im Louvre die Sicherheitsvorkehrungen für die Sixtinische Kapelle und die anderen Räume verstärkt worden.