Karfreitagsprozessionen im Kanton Freiburg und im Tessin
In Romont FR setzten die «Pleureuses», die Klageweiber, einen aus dem 14. Jahrhundert stammenden Brauch fort. In einem Passionszug als Bussübung gedachten sie der Leiden Christi.
Hinter einer jungen Frau als Maria folgen traditionsgemäss die 14 in Schwarz gehüllten Klageweiber. Sie tragen auf Kissen die Marterwerkzeuge Jesu: Dornenkrone, Geissel, Nägel, Hammer, Zange sowie eine Abbildung des Schweisstuchs der heiligen Veronika. Ein Mann mit einem Kreuz fordert die Bevölkerung zum Beten auf. Die Prozession beginnt in der Kirche mit der Lesung der Passionsgeschichte.
Nach einer Absage im vergangenen Jahr wegen Unwettern fanden auch in Mendrisio TI die seit 1798 durchgeführten Prozessionen am Gründonnerstag und Karfreitag wieder statt. Sie ziehen jeweils mehrere tausend Touristinnen und Touristen an.
An der Karfreitagsprozession im Südtessiner Ort nehmen mehrere hundert Menschen teil, darunter viele Kinder. Sie heisst «entierro» – spanisch für die Grablegung Christi. Sie geht auf das Jahr 1659 zurück. Die Prozessionen finden im Licht kunstvoll mit symbolischen oder biblischen Motiven bemalter Leuchtbilder statt, der sogenannten trasparenti, die entlang der Prozessionsroute aufgehängt werden. Die Strassenbeleuchtung wird dabei ausgeschaltet.
In Zürich stand der 30. ökumenische Kreuzweg auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am Mittag bei der Kirche Dreikönigen und zogen über mehrere Stationen in der Innenstadt zur Kirche St. Peter.
