Zum 100. Todestag von Rilke will Raron VS zum Kulturort werden
Rainer Maria Rilke (1875-1926) gilt als einer der wichtigsten Lyriker der literarischen Moderne. Schon zu Lebzeiten erreichte er grosse Popularität mit seinem «Stunden-Buch» (1905) oder mit seinem Buch der Bilder« (1902/1906). Darin findet sich auch sein Gedicht »Herbsttag« mit der Zeile »Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr“. Das Zitat ist nahezu zum Allgemeingut geworden.
Daneben hat Rilke einen einzigen Roman geschrieben, «Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» (1910), sowie Aufsätze zu Kunst und Kultur und zahllose Briefwechsel geführt mit Dichter- und Denker-Kollegen.
Geboren wurde Rilke 1875 in Prag, im damaligen Österreich-Ungarn. Gestorben ist er am 29. Dezember 2026 in Montreux, nachdem er sich 1921 in Veyras bei Siders niedergelassen hatte. Anfang 1927 wurde er, wie er es sich gewünscht hatte, südlich der Schlosskirche von Raron beigesetzt.
Der markante Hügel mit seinem Schloss, seiner Schloss- und seiner Felsenkirche zieht jedes Jahr Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an, die von dort auf das Rhonetal schauen und Rilkes Grab besuchen.
Im Dialog mit der Literatur
Das Jubiläumsjahr soll nun nicht nur Gedenkfeier sein, sondern «ein echter Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Literatur und unserer Gemeinschaft», wie es Stefan Troger, Gemeindepräsident von Raron, ausdrückte. Konzerte, szenische Lesungen, Ausstellungen, Begegnungen mit Fachleuten sowie Programme für Schulen und Jugendgruppen stehen auf dem Programm. Den Schwerpunkt haben die Verantwortlichen auf Rilkes Lyrik und Prosa gelegt, sowie auf die Landschaften des Wallis, auf jene Region also, in der der Dichter seine letzten Jahre verbrachte.
Dabei soll das Programm ein breites Publikum ansprechen: jene, die Rilke erst kennenlernen, bis zu jenen, die längst mit ihm und seinem Werk vertraut sind. Und: Das Rilke-Jubiläum soll mehr sein, als nur eine Reihe von Veranstaltungen. Vielmehr will Raron zum Ort für Begegnungen, den Austausch und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Rilkes Werk werden.
