Schweiz mit einer ganz bitteren Niederlage gegen Tschechien
Es hätte – wieder einmal – die Billie-Jean-King-Cup-Partie von Belinda Bencic werden können. Die Schweizer Teamleaderin wurde am Freitag und Samstag zur Marathonfrau – allerdings ohne Happy-End. Im Einzel vom Samstag hätte die Weltnummer 11 den entscheidenden dritten Punkt holen können, doch sie unterlag der drei Positionen schlechter klassierten Linda Noskova nach fast zweieinhalb Stunden 3:6, 6:3, 6:7 (9:11). Im Tiebreak des dritten Satzes hatte Bencic bei 6:5, 7:6 und 8:7 insgesamt drei Matchbälle.
Vorwerfen musste sich die Olympiasiegerin von 2021 nichts. Bei zwei Matchbällen schlug de 21-jährige Tschechin, die zu den Aufsteigerinnen der letzten Saison gehört, hervorragend auf, bei einem Passierball hätte sie eventuell ein wenig mehr riskieren können.
Acht Stunden auf dem Platz
Schon vor dem Start des Einzels hatte die 29-jährige Ostschweizerin fünfeinhalb Stunden Tennis in den Beinen, von ihren Siegen am Freitag gegen Marie Bouzkova (WTA 24) und im Doppel neben Viktorija Golubic zum Auftakt des Programms am Samstag – beide ebenfalls in drei Sätzen. Ihre Gegnerin Noskova hatte hingegen im Doppel pausiert.
Damit war vor dem abschliessenden Einzel wieder alles offen, und auch da war das Glück Viktorija Golubic (WTA 79) nach dem hart erkämpften Erfolg im Doppel nicht gewogen. Sie verlor gegen Bouzkova nach einer weiteren unterhaltsamen und attraktiven Partie 6:7 (4:7) 3:6.
Grössere Breite Tschechiens
Am Ende zahlte sich die grössere Breite im tschechischen Team wohl doch noch aus, indem Noskova und Bouzkova in den entscheidenden Einzeln noch etwas frischer waren. Bencic und Golubic absolvierten hingegen jeweils zwei Einzel und das Doppel.
Trotzdem fehlte nur ganz wenig, und das Team von Captain Heinz Günthardt würde Mitte September in Shenzhen um den zweiten Titel im Billie Jean King Cup nach 2022 spielen. Stattdessen geht es nun Mitte November in einem Playoff gegen den Abstieg.
Der Captain zeigte sich dennoch uneingeschränkt stolz auf sein Team, das eines der besten Teams der Welt an den Rand der Niederlage gebracht hatte. «Ausser dem einen letzten Ball war es eine perfekte Woche», stellte er fest.
