Im Fall Patrick Fischer darf Swiss Sport Integrity nichts sagen
Sport
15. April 2026

Im Fall Patrick Fischer darf Swiss Sport Integrity nichts sagen

Ernst König, der Fall Patrick Fischer schockiert, das Fehlverhalten des Eishockey-Nationaltrainers ist offensichtlich. Muss Swiss Sport Integrity nicht von Amtes wegen aktiv werden?

«Im Bereich der Ethik-Verstösse werden wir nicht von Amtes wegen aktiv, auch wenn wir den Fall medial verfolgen. Wir sind in der passiven Rolle und reagieren erst, wenn eine Beschwerde eintrifft.»

War dies schon der Fall?

«Wir dürfen nicht informieren, ob wir Meldungen erhalten haben oder nicht. Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass mediale Berichterstattung oft Meldungen auslöst.»

Das dürfte im Fall Fischer der Fall sein, zumal viele Sportlerinnen und Sportler ihren olympischen Traum wegen einer positiven Covid-Probe, oder weil sie sich der Impfung verweigerten, nicht verwirklichen konnten. Fischer hat sich das gefälschte Zertifikat schon Ende 2021 besorgt. Wäre Swiss Sports Integrity, dessen Ethikstelle erst seit Januar 2022 existiert, überhaupt zuständig?

«Das wäre eine Frage, die zu prüfen wäre. Auch bei der Gründung hatten wir Fälle, die sich auf den Zeitraum vor 2022 bezogen. Und es gab auch Gerichtsentscheide, die zeigen, dass die Zuständigkeit für den Zeitraum vor 2022 nicht immer gegeben war.»

Wenn es im Fall Fischer zu einem Verfahren käme, welche Sanktionen könnte Swiss Sport Integrity aussprechen?

«Wir haben eine Sanktionsliste. Sie reicht von finanziellen Konsequenzen bis hin zu Sperren. Wenn schon auf privatem Weg strafrechtliche Untersuchungen erfolgt sind – das gibt es regelmässig und war auch bei Patrick Fischer der Fall -, ziehen wir dieses Strafmass mit ein.»

Hat Swiss Sport Integrity schon ähnlich gelagerte Fälle behandelt?

«Da bin ich überfragt. Gegen 2000 Meldungen sind seit der Gründung 2022 bei der Ethikstelle eingetroffen. Meines Wissens ist bislang keine Meldung wegen eines Covid-Zertifikats erfolgt.»