Raphinha flucht, der Trainer richtet den Blick nach vorn
Nach dem 0:2 im Hinspiel kritisierte Hansi Flick den VAR noch scharf, weil sich dieser bei einem Handspiel von Atléticos Marc Pubill nach einem flachen Abstoss von Goalie Juan Musso kulant gezeigt hatte und Schiedsrichter Istvan Kovacs zuvor eine Gelbe Karte gegen Barcelonas Pau Cubarsi nach Ansicht der Videobilder in eine rote Karte umgewandelt hatte, obwohl es sich nach Ansicht vieler nicht um einen klaren Fehlentscheid handelte.
Im Rückspiel fielen zwei weitere enge Entscheide zu Barcelonas Ungunsten aus; unter anderem flog Eric Garcia nach einem VAR-Eingriff wegen einer Notbremse vom Platz. Doch während der mit einer Oberschenkelverletzung ausgefallene Stürmer Raphinha schäumte und von einem «gestohlenen Spiel» sprach, hielt sich Flick mit einer weiteren Schiedsrichter-Schelte gegenüber den Journalisten zurück.
Lieber lenkte der 61-Jährige den Blick auf das Positive: «Es wäre vielleicht gut für Sie, wenn ich mich dazu äussern würde, aber ich werde es nicht tun. Wir haben ein fantastisches Spiel gemacht. Wir hatten einfach Pech. Das nächste Ziel ist der Gewinn der Liga, und wir sind auf dem besten Weg dahin. Wir müssen weitermachen und diese Mentalität behalten.»
Anschlusstreffer statt 3:0
Ungeachtet der unglücklichen Umstände wäre das Champions-League-Aus in Madrid zu verhindern gewesen. Mitte der ersten Halbzeit hatte Barcelona das Ergebnis aus dem Hinspiel nach Toren von Lamine Yamal und Ferran Torres egalisiert, doch Atlético gelang wenig später der Anschlusstreffer durch Ademola Lookman.
«Wir hatten die Chance, auf 3:0 zu erhöhen, und haben dann doch noch dieses Tor kassiert. Wir hatten viele Chancen, konnten sie aber nicht verwerten», bemängelte Flick. Die letzte Möglichkeit, sich noch in die Verlängerung zu retten, vergab Ronald Araujo mit einem Kopfball in der Nachspielzeit.
Letztlich war das 2:1 bei Atlético Madrid im Rückspiel trotz guter Leistung und vielen Chancen zu wenig, um den Halbfinal-Einzug noch zu schaffen. «Natürlich sind wir enttäuscht. Die Champions League zu gewinnen, ist ein Traum. Nächste Saison werden wir besser sein», versprach Flick.
Reichlich Potenzial
Das Fundament für erfolgreichere nächste Kampagnen steht. Dem Trainer steht eine hochtalentierte Mannschaft zur Verfügung. Nicht nur im erst 18-jährigen, schon jetzt brillanten Dribbelkünstler Lamine Yamal schlummert noch mehr Potenzial. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren und 347 Tagen stand am Dienstagabend die jüngste Barça-Startelf in einem K.o.-Spiel in der Champions League auf dem Platz.
Zudem kann Barcelona die Saison mit der Aussicht auf den Meistertitel auch nach der zweiten verpassten Titelchance noch versöhnlich abschliessen. Bei sieben ausstehenden Spielen hat Flicks Mannschaft in der Liga neun Punkte Vorsprung vor Real Madrid.
In der letzten Saison hatte Flick mit dem FC Barcelona das Triple aus Meisterschaft, Cup und Supercup gewonnen. In der Champions League triumphierten die Katalanen zuletzt 2015.
