Designierter Meister schlägt den aktuellen
So richtig glaubte niemand daran, aber es gab sie doch, die Beobachtenden, die sich fragten, ob der FC Thun kurz vor dem Ziel doch noch das Nervenflattern ereilen würde. Zweimal hatte die Mannschaft von Mauro Lustrinelli zuletzt verloren und Verfolger St. Gallen immerhin vier Punkte auf die Berner Oberländer gut gemacht. Und obwohl der Vorsprung des Aufsteigers nach wie vor komfortabel war, hegten Ostschweizer Optimisten leise Hoffnungen auf ein grünweisses Wunder.
Am Samstag nun werden wohl auch diese verflogen sein. 3:1 gewinnt der FC Thun das in der letzten Woche abgesagte Spiel gegen den FC Basel.
Den Grundstein zum wegweisenden Sieg legte Christopher Ibayi in der 28. Minute, der eine Vorarbeit von Elmin Rastoder zum 1:0 verwertete.
Kurz nach der Pause zeigte Thuns Aussenverteidiger Michael Heule seine Klasse: Nach einem weiten Ball von Kastriot Imeri setzte sich der Verteidiger im direkten Duell gegen Basels Julien Duranville durch und traf zum 2:0 (53.). Für Heule war es sein erstes Tor in der Super League überhaupt.
Zwar gelang dem jungen Belgier Duranville der Anschlusstreffer. Doch die Hoffnung der Basler währte nicht lange. Die Thuner reagierten abgebrüht und nutzten die Räume mit einem blitzschnell vorgetragenen Gegenstoss in der 64. Minute. Diesmal glänzte Torschütze Heule als Vorbereiter: Er bediente Elmin Rastoder, und der nordmazedonische Nationalspieler bezwang FCB-Keeper Marwin Hitz eiskalt zum 3:1-Endstand. Für Rastoder war es bereits das 13. Saisontor.
Meister-Party am nächsten Wochenende?
Dank dieses Erfolgs nimmt der Aufsteiger den wohl vorletzten Schritt zum historischen ersten Meistertitel. Die Berner Oberländer weisen nun 74 Punkte auf und haben das Polster auf den FC St. Gallen weiter vergrössert. Bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den FC Lugano können die Thuner aus eigener Kraft den Titel fixieren. Alternativ könnte die Entscheidung auch am Sonntag auf dem Sofa fallen, falls St. Gallen gegen die Young Boys nicht gewinnt.
Während in Thun die Feierlichkeiten geplant werden können, bedeutet die Niederlage für den FC Basel einen herben Dämpfer. Auf Platz 4 liegend verlieren die Basler im engen Kampf um die Europacup-Plätze wichtige Punkte und müssen nun aufpassen, dass ihnen die Konkurrenz nicht enteilt.
Telegramm
Thun – Basel 3:1 (1:0)
10’014 Zuschauer. – SR Turkes. – Tore: 28. Ibayi (Rastoder) 1:0. 53. Heule (Imeri) 2:0. 56. Duranville (Ajeti) 2:1. 64. Rastoder (Heule) 3:1.
Thun: Steffen; Fehr, Montolio, Bamert, Heule (91. Bürki); Bertone, Roth (74. Labeau); Meichtry (63. Rupp), Imeri (63. Käit); Ibayi (74. Matoshi), Rastoder.
Basel: Hitz; Vouilloz (59. Rüegg), Omeragic, Daniliuc, Schmid; Leroy (70. Koindredi), Metinho (91. Broschinski); Salah (46. Duranville), Shaqiri, Traoré; Ajeti (69. Koloto).
Bemerkungen: Verwarnungen: 14. Montolio, 27. Salah, 58. Leroy, 80. Shaqiri, 93. Bürki.
Rangliste: 1. Thun 33/74 (75:37). 2. St. Gallen 33/60 (64:40). 3. Lugano 33/57 (50:38). 4. Basel 33/53 (51:45). 5. Sion 33/52 (51:35). 6. Young Boys 33/48 (65:60). 7. Luzern 33/40 (64:61). 8. Servette 33/40 (57:57). 9. Lausanne-Sport 33/39 (47:57). 10. Zürich 33/34 (45:63). 11. Grasshoppers 33/27 (40:65). 12. Winterthur 33/19 (35:86).
