St. Gallen mit Klasse und Kampf in den Cupfinal
Von der ersten Minute an gab der FC St. Gallen den Ton an und legte ein hohes Tempo vor. Kein Abwarten, kein Abtasten wurde dem Gastgeber aus der Challenge League gegönnt. Mit der breiten Brust einer seit fast drei Monaten ungeschlagenen Mannschaft dominierten die Ostschweizer mit dem frühen 1:0 im Rücken fast eine Stunde lang deutlich, bevor die spielerische Linie verloren ging, und die Partie doch noch zu einem Cupfight wurde.
Erst das 2:0 von Alessandro Vogt in der 88. Minute sicherte den St. Gallern schliesslich definitiv den Einzug in ihren dritten Cupfinal in den letzten sechs Jahren. Dort bekommen sie es in einem guten Monat, am Pfingstsonntag, im Wankdorf mit Stade Lausanne-Ouchy, einem weiteren Unterklassigen, zu tun. Die Gelegenheit scheint für den FCSG ideal, um zum zweiten Mal nach 1969 den Cup zu gewinnen und die Negativserie von seither vier in Bern verlorenen Finals zu beenden.
Die Erinnerungen an die zwei vorangegangenen Cup-Duelle in dieser Saison mit Klubs aus der Challenge League – gegen Rapperswil-Jona und gegen Wil – die jeweils erst nach Penaltyschiessen gewonnen wurden, dürften die St. Galler dazu getrieben haben, von Beginn weg mit Vehemenz den Angriff zu suchen. Captain Lukas Görtler belohnte die positive Einstellung schon nach etwas mehr als fünf Minuten mit einem Abstauber nach einem zunächst gehaltenen Kopfball von Aliou Baldé.
Der einzige Vorwurf, den Trainer Enrico Maassen seiner Mannschaft zur Pause machen konnte, war die fehlende Effizienz. Schon nach einer guten Viertelstunde hätte es 2:0 oder 3:0 stehen müssen. Alessandro Vogt verfehlte aus bester Position das Ziel (11.), und Hugo Vandermersch traf mit einem Kopfball nur die Latte (17.). Auch in der Folge kombinierte der FCSG immer wieder mal sehenswert, ohne aber das zweite Tor zu erzielen.
Unverhofft blieb das lange Zeit komplett harmlose Yverdon damit im Spiel und steigerte sich nach der Pause so weit, dass die St. Galler doch das eine oder andere Mal in Bedrängnis gerieten. Goalie Lukas Watkowiak, der wie immer im Cup den Stammkeeper Lawrence Ati Zigi ersetzte, war in der 59. Minute geschlagen. Der Schuss von Fabio Saiz prallte aber von der Latte ab. Der Kampfgeist des Teams von Trainer Martin Andermatt war ab dann aber geweckt. Mit viel Engagement forderten die Yverdonnois den Favoriten doch noch einiges ab.
