Die Biennale von Venedig im Geiste von Koyo Kouoh
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5. Mai 2026

Die Biennale von Venedig im Geiste von Koyo Kouoh

Die Kunstbiennale wird in den Giardini, im Arsenale und in der Festung Marghera stattfinden. Koyo Kouoh beschrieb die kommende Ausgabe als Aufruf, das Tempo zu drosseln und sich auf die tieferen Frequenzen einzustimmen. Denn nach Ansicht der verstorbenen Kuratorin sind die Menschen von der beunruhigenden «Kakophonie des Chaos» überwältigt.

Koyo Kouoh, die im November 2024 zur künstlerischen Leiterin ernannt wurde, legte den theoretischen Rahmen fest, wählte Künstlerinnen und Künstler sowie Werke aus. Eine Dichterprozession lädt Besuchende dazu ein, selbst daran teilzunehmen. Sie knüpft an die von Koyo Kouoh mitinitiierte «Poetry Caravan» an – ein Wanderprojekt aus den späten 1990er-Jahren in Westafrika, das verschiedene Orte, unter anderem Dakar, miteinander verband.

Unter den 111 Teilnehmenden werden zwei Kunstschaffende besonders gewürdigt: der Senegalese Issa Samb, Mitgründer der Künstlergruppe Laboratoire Agit-Art, und Beverly Buchanan, eine afroamerikanische Künstlerin. Letztere hat sich mittels Skulpturen, Fotografie und Land Art mit der traditionellen Architektur und der Erinnerung an den Süden der USA auseinandergesetzt.

Schweizer Beteiligung

Die Schweiz ist neben der Ausstellung in ihrem Pavillon, die dem Zusammenleben gewidmet ist, auch mit mehreren Künstlern vertreten. Darunter ist der Neuenburger Fabrice Aragno, ein ehemaliger Mitarbeiter des Regisseurs und Drehbuchautoren Jean-Luc Godard, der eine filmische Installation ausstellt. Der in Zürich lebende Sabian Baumann befragt queere Identitäten und Erzählungen anhand performativer und filmischer Mittel.

Sandra Knecht hingegen erforscht Fragen der Zugehörigkeit von Kulinarik, Textilien und Fotografie. Der in Genf lebende Zürcher Uriel Orlow entwickelt seinerseits ein Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Kunst und Geschichte, insbesondere rund um Pflanzen, Archive und postkoloniale Erzählungen.

Die Kunstbiennale von Venedig findet vom 9. Mai bis zum 22. November statt. Zurzeit wird sie von Kontroversen begleitet, da der Ausschluss von Israel und Russland von der Preisvergabe sowie politische und rechtliche Fragen rund um den russischen Pavillon internationale Kritik und Untersuchungen ausgelöst haben.