Externe Prüfung des Arbeitsklimas bei der Tessiner Kantonspolizei
Politik
KEYSTONE/TI-PRESS/Samuel Golay  
7. Mai 2026

Externe Prüfung des Arbeitsklimas bei der Tessiner Kantonspolizei

Ziel sei es, eine «vertiefte und objektive Analyse der Situation» zu erhalten, teilte die Tessiner Regierung am Donnerstag mit. Die Diskussionen und Vorstösse in den vergangenen Monaten hätten gezeigt, dass eine «strukturierte und unabhängige Untersuchung» angezeigt sei.

Das Mandat sehe eine Analyse vor, welche sich auf verfügbare Dokumente und Daten sowie auf Gespräche mit Mitarbeitenden der Kantonspolizei auf verschiedenen Hierarchiestufen stütze. Dabei sollen der Grad der Zufriedenheit, die Arbeitsbedingungen und die Wahrnehmung der internen Führung beurteilt werden. Der Bericht solle voraussichtlich bis Ende 2026 fertig werden.

Die Tessiner Kantonspolizei durchlebt unruhige Zeiten. Im Nachgang zu einem Verkehrsunfall von Regierungsrat Norman Gobbi (Lega) im November 2023 wurden zwei Polizisten beschuldigt, Gobbi nach einem Alkohol-Atemtest keine Blutprobe entnommen zu haben. Die beiden Männer mit Führungsfunktion mussten sich wegen Behinderung der Strafverfolgung verantworten, wurden im vergangenen Oktober jedoch freigesprochen. Zum Zeitpunkt des Unfalls war Gobbi Leiter der Kantonspolizei.

Zali neuer Leiter der Kantonspolizei

Mutmasslich wegen anhaltender Gerüchte und Kritik an den Zuständen innerhalb der Kantonspolizei kam es im Juli 2025 in der Tessiner Regierung zu einer sogenannten «Mini-Rochade»: Gobbis Parteikollege Claudio Zali übernahm die politische Leitung des Justizdepartements sowie die Verantwortung für die Kantonspolizei.

Gobbi seinerseits übernahm von Zali vorübergehend die politische Leitung der Abteilung Hochbau. Einen von den beiden Lega-Regierungsräten avisierten kompletten Wechsel der Departemente mitten in der Legislatur hatten die übrigen Regierungsmitglieder abgelehnt. Trotzdem heisst es seit der historischen Mini-Rochade im Tessin, die Lega könne in der Regierung machen, was sie wolle.