Proteste in Kaschmir – bereits mehrere Tote
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Höfner Volksblatt  
9. Juni 2026

Proteste in Kaschmir – bereits mehrere Tote

Im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs sind Sicherheitskräfte gewaltsam gegen schwere Proteste vorgegangen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete von einer Internetsperre, Massenfestnahmen und tödlicher Gewalt. Aus Pakistans Hauptstadt Islamabad berichteten informierte Kreise von zunehmenden Spannungen in Kaschmir. Mehrere Menschen wurden bereits getötet und Dutzende verletzt.

Hintergrund der jüngsten Unruhen ist ein Verbot einer lokalen politischen Graswurzelbewegung, die am Freitag vor geplanten Demonstrationen als Terrorgruppe eingestuft wurde. Das sogenannte Jammu and Kashmir Joint Awami Action Committee (JKJAAC) wollte vor Neuwahlen am 27. Juli eine Verfassungsänderung an der Zusammensetzung des regionalen Parlaments der teilautonomen Provinz bewirken. Die Lage eskalierte folglich.

Bereits mehrere Konflikte um Kaschmir

Die Himalaya-Region Kaschmir wird von den Atommächten Indien und Pakistan beansprucht. Beide Staaten kontrollieren jeweils einen Teil des Gebiets. Seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft und der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 kam es dort wiederholt zu bewaffneten Konflikten zwischen beiden Ländern. Die aktuellen Proteste spielen sich im pakistanisch kontrollierten Teil Asad Jammu und Kaschmir ab.

In einer Mitteilung der lokalen Polizei vom Montag hiess es, dass mindestens vier Sicherheitskräfte bei Zusammenstössen getötet worden seien. Anhänger des JKJAAC hätten ein Militärkrankenhaus gestürmt. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Angesprochen auf die Proteste und die Gewalt nannte Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi am Dienstag keine Zahlen. Auch wegen der Internetsperre dringen kaum Informationen aus der Region.

Amnesty kritisierte das Vorgehen der pakistanischen Behörden scharf. „Die besorgniserregende Eskalation der Gewalt, einschliesslich der Tötung von Demonstrierenden, wirft schwerwiegende Fragen auf“, sagte Isabelle Lassee, stellvertretende Regionaldirektorin für Südasien, laut einer Mitteilung.