Patrick Hässig: Klimaanlagen in Spitälern dürfen kein Tabu sein
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Höfner Volksblatt  
27. Juni 2026

Patrick Hässig: Klimaanlagen in Spitälern dürfen kein Tabu sein

Klimaanlagen sollten in Spitälern laut GLP-Nationalrat Patrick Hässig kein Tabu mehr sein. Der Pflegefachmann sagte im Interview mit der „Schweiz am Wochenende“, es brauche bei vielen Spitälern, Rehabilitationskliniken sowie Alters- und Pflegeheimen ein Umdenken.

„Nicht mehr alle Klimaanlagen sind ökologisch des Teufels“, sagte Hässig. Die Geräte seien in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt worden. Sie seien Teil der Lösung, müssten aber mit anderen Massnahmen wie mehr Begrünung, Beschattung und möglichst der Nutzung von Solarenergie kombiniert werden.

Während der aktuellen Hitzeperioden müsse das Pflegepersonal mit Ventilatoren, Kühllappen, geschlossenen Storen und Lüften am Morgen improvisieren. „Da müssen wir uns schon fragen, ob wir auch in Zukunft genauso weiterfahren sollen“, so Hässig weiter.

Hohe Temperaturen erschwerten die Arbeit der Pflegenden, die sich in heisser Umgebung stärker konzentrieren müssten. Auch für Patientinnen und Patienten sei die Situation belastend, gerade in Mehrbettzimmern.

Warnung vor Keimen und Schimmelpilzen

Hässig sprach sich für eine offene Debatte „ohne Scheuklappen“ über die Klimatisierung im Gesundheitswesen aus. Viele Spitäler verfügten noch über ungenutztes Potenzial bei der Solarenergie und zu wenig Grünflächen zur natürlichen Kühlung. „Man muss das Personal schulen, damit es die vorhandenen Kühlungsmassnahmen richtig anwendet“, sagte Hässig.

Zugleich verwies er auf die finanziellen Schwierigkeiten vieler Spitäler. Oft fehle das Geld für nötige Klimatisierungsumbauten. Zudem könnten sich in Filtern und Kondenswasserbereichen herkömmlicher Klimaanlagen Keime oder Schimmelpilze bilden, die für immungeschwächte Patientinnen und Patienten ein erhebliches Risiko darstellten. Klimageräte sollten dort eingesetzt werden, wo dies „sinnvoll und finanziell machbar ist“.