Britische Regierung verstaatlicht Stahlproduzent British Steel
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Höfner Volksblatt  
16. Juli 2026

Britische Regierung verstaatlicht Stahlproduzent British Steel

Die britische Regierung hat den Stahlproduzenten British Steel verstaatlicht und damit das letzte Primärstahlwerk des Landes längerfristig vor der Schliessung bewahrt.

„Die Entscheidung heute sichert die Zukunft der Stahlproduktion in Grossbritannien, sichert qualifizierte Jobs und erhält eine lebenswichtige nationale Fähigkeit“, sagte der scheidende britische Premierminister Keir Starmer einer Mitteilung zufolge. Der Schritt war bereits seit Monaten mit entsprechender Gesetzgebung vorbereitet worden.

Die chinesische Stahlfirma Jingye hatte das Unternehmen mit dem Hauptwerk im nordostenglischen Scunthorpe, bei dem rund 3.500 Menschen beschäftigt sind, Anfang 2020 aus der Insolvenz übernommen. Im vergangenen Jahr hatten hohe Verluste zu der Entscheidung für die Stilllegung der Hochöfen geführt.

Schweres Umfeld durch Konkurrenz aus Asien und US-Zölle

Die britische Regierung schritt daraufhin ein und übernahm den Betrieb. Nach einem Käufer wurde jedoch vergeblich gesucht. Ob für die Verstaatlichung nun eine Entschädigung fällig wird und in welcher Höhe, soll nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nun geprüft werden.

Das Hochofenwerk in Scunthorpe ist das letzte im Vereinigten Königreich, das aus Eisenerz und Koks Primärstahl produzieren kann. Dieser ist – anders als die Stahlprodukte aus Elektrolichtbogenöfen, die Stahlschrott einschmelzen – für mehr industrielle Anwendungen geeignet, beispielsweise im Motorenbau, Bauwesen und in der Schifffahrt.

Ob das Unternehmen angesichts starker Konkurrenz aus Asien und US-Zöllen wieder profitabel gemacht werden kann, gilt aber als fraglich. Kritiker fürchten, die Verstaatlichung könnte sich als Milliardengrab erweisen.