Tausenden Hunden in Italien droht ein Leben im Tierheim
Mehr als 14000 Hunde in Italien könnten dauerhaft in Tierheimen bleiben. Das weil sie weder adoptiert noch an ihre Besitzer zurückgegeben werden.
Der Umweltschutzverband Legambiente bewertete in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht die Lage in 221 italienischen Gemeinden. Demnach fanden im vergangenen Jahr mehr als zwei von zehn Hunden, die in kommunale Tierheime aufgenommen wurden, kein neues Zuhause.
Landesweit schätzt Legambiente die Zahl der Tiere, denen ein langfristiger oder lebenslanger Aufenthalt im Tierheim droht, auf über 14000. Als wichtigste Ursachen nennt der Verband nicht nur die häufig diskutierte Aussetzung von Tieren in der Ferienzeit, die nach wie vor eine sommerliche Plage in Italien bleibt. Vielmehr führten unkontrollierte private Hundezuchten, der zunehmende Onlinehandel mit Tieren, fehlende Registrierung in den Melderegistern sowie mangelnde Grundkenntnisse vieler Halterinnen und Halter zu überfüllten Tierheimen.
Die Folgen seien nicht nur für die Tiere schwerwiegend, sondern auch für die öffentliche Hand kostspielig. Die Unterbringung eines Hundes in einem Tierheim verursache durchschnittlich Kosten von rund 1900 Euro pro Jahr. Die Gebühren liegen laut Legambiente je nach Einrichtung zwischen etwa 1300 und 2550 Euro.
Der Verband fordert deshalb Massnahmen, darunter einen nationalen Fonds für grundlegende tiermedizinische Versorgung, eine Senkung der Mehrwertsteuer auf tierärztliche Leistungen von 22 auf zehn Prozent, sowie eine bessere Vernetzung von Tierregister, Gesundheits- und Sozialdiensten. Ausserdem müsse Italien die neue EU-Verordnung zum Schutz und zur Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen vollständig umsetzen.
Mit dem nationalen Preis „Animali in Città“ („Tiere in der Stadt“) zeichnet Legambiente zudem Gemeinden aus, die sich besonders für den Umgang mit Tieren engagieren. An der Spitze stehen San Giovanni in Persiceto bei Bologna und Modena, die als einzige Städte die höchste Bewertungsstufe erreichten. Dahinter folgen Piacenza und Bozen. Unter den Grossstädten belegte Neapel einen Spitzenplatz.
