Der geübte Zöllner-Blick kostet Reisende am Flughafen Zürich Geld
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Höfner Volksblatt  
14. August 2026

Der geübte Zöllner-Blick kostet Reisende am Flughafen Zürich Geld

Während der Sommerferien brummt der Laden am Flughafen Zürich. Auch der Zoll hat einiges zu tun. Zwischendurch finden die Mitarbeitenden Exotisches wie Affenfleisch, häufig hören sie sich Ausreden der vermeintlich unwissenden Reisenden an.

Nichts zu verzollen oder doch sicherheitshalber den roten Ausgang nehmen und den Koffer freiwillig zeigen? Am Flughafen Zürich stehen täglich tausende Reisende vor dieser Entscheidung.

Der Zoll hat Keystone-SDA einen Einblick gewährt, wie die Mitarbeitenden damit umgehen. Einiges zu tun gibt etwa die Zollfreigrenze von 150 Franken. Diese gilt erst seit dem 1. Januar 2025, zuvor lag sie bei 300 Franken.

Wer für mehr Geld Waren einführt, muss nachzahlen. Der geschulte Blick der Zöllnerinnen und Zöllner hilft, um „Sünder“ ausfindig zu machen. „Wenn auf dem Trolley vorne drei neue Schuhschachteln draufstehen, zählen wir eins und eins zusammen“, nennt ein Einsatzleiter des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) ein Beispiel. Neben Mehrwertsteuer muss der Reisende dann auch eine Busse von 50 bis 100 Franken bezahlen.

Unwissenheit schützt nicht

Es sei eben nicht allen klar, worauf die Zöllner schauen würden, sagt der Einsatzleiter. Werden Reisende erwischt, gäben sie sich oft unwissend. Von der Zollfreigrenze wollen sie noch nie gehört haben. Dass sie auch im Duty Free nicht unbegrenzt einkaufen könnten, habe ihnen niemand gesagt.

Der Einsatzleiter gibt sich gelassen – und verständnisvoll. „Unwissenheit schützt leider Gottes vor Strafe nicht.“ Solche Situationen gebe es täglich. „Die meinen das nicht mit böser Absicht. Sie wissen es halt nicht besser“.

Vor Ort sind die Informationen jedoch klar: Direkt beim Zoll weisen Plakate auf die Zollfreigrenze hin. Mehr informieren müsse der Zoll nicht, sagt der Einsatzleiter.

Fleisch, Käse, Olivenöl

Während der Kontrolle schauen sich die Mitarbeitenden ein Pärchen genauer an, das über Madrid aus Argentinien angereist ist. Die Intuition habe gesagt, dass das Paar Fleisch einführen könnte, so der Einsatzleiter. Doch die Kontrolle zeigt: Alles in Ordnung, die beiden haben nichts zu verzollen.

Im Sommer ist Hochbetrieb, die Passagierzahlen im Juli lagen über denen des Vorjahres. Die Arbeit der Zöllner unterscheidet sich aber nicht stark von anderen Jahreszeiten. Durchs Band gebe es etwa Familien, die ihren Angehörigen in der Schweiz Leckereien aus der Heimat mitbringen, „Fleisch, Käse, Olivenöl“.

Eine Familie aus Italien bleibt hängen – mit 6,8 Kilo Fleisch im Gepäck. Das sind 3,8 Kilo zu viel, 166 Franken müssen sie nun draufzahlen.

Potenzmittel, Affenfleisch und Waffen

Wie Polizeimeldungen und Mitteilungen des Zolls zeigen, versuchen Reisende auch immer wieder, Illegales in die Schweiz zu schmuggeln. Häufig seien es Zigaretten, aber auch Potenzmittel oder Medikamente, Drogen sowie verbotene Waffen. Ungewöhnliches wie Affenfleisch oder Produkte von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind, ist gelegentlich auch darunter.