Angebotsmieten im Jahresvergleich gestiegen – oder doch nicht?
Laut dem Onlineportal Homegate sind die Mieten von inserierten Wohnungen in den vergangenen zwölf Monaten einmal mehr gestiegen. Eine andere Studie kam zuvor zu einem gegenteiligen Befund.
Laut dem Homegate-Mietindex sind die Angebotsmieten zwischen August 2025 und August 2026 um 1,8 Prozent gestiegen, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch hiess. In allen Kantonen sei es aufwärts gegangen, besonders deutlich in Luzern und Graubünden, wo ein Anstieg von gegen 5 Prozent beobachtet wurde.
Eine Studie des Immobilienportals Newhome, die in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde, kam zu einem gegenteiligen Ergebnis. Demnach sind die Angebotsmieten in der Schweiz zwischen Juli 2025 und Juli 2026 erstmals seit 2019/20 wieder gesunken. Im landesweiten Durchschnitt seien sie um 1,7 Prozent zurückgegangen, besonders deutlich im Tessin (-10,9 Prozent) und im Kanton Zürich (-3,3 Prozent).
Alles in einen Topf
Die beiden Studien sind allerdings nur bedingt vergleichbar. Newhome bildet den ungewichteten Durchschnitt aller rund 300’000 inserierten Mietwohnungen ab, ohne Lagen- oder Ausstattungsunterschiede zu bereinigen. Der Homegate-Index hingegen geht nach der sogenannt hedonistischen Methode vor und bereinigt den Index um die unterschiedliche Qualität, Lage und Grösse der Wohnungen.
Auf Anfrage von AWP räumt Newhome ein, dass Verschiebungen in der regionalen Zusammensetzung der Inserate – weniger Angebot in teuren Lagen, mehr im günstigeren Tessin – einen Teil des Rückgangs erklären könnten, ohne dies aber zu beziffern. Auch eine Ursache für den gemessenen Rückgangs nannte das Portal nicht. Eine vertiefte Analyse sei nicht Teil der Studie, so Newhome.
Immerhin: Auch gemäss Homegate hat sich der Anstieg der Mieten zuletzt nicht ungebremst fortgesetzt. Im August seien sie im Vergleich zum Vormonat Juli im nationalen Durchschnitt und in der Mehrheit der Kantone gesunken. Schweizweit habe sich gegenüber Juli konkret ein Minus von 0,3 Prozent gezeigt.
