Auf Schweizer Strassen dominiert die Angst vor Anderen
Fast die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer ärgert sich im Verkehr regelmässig über die anderen. Das hat eine Verkehrsumfrage im Auftrag der Axa gezeigt.
Rund 26 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmenden nerven sich mehrmals pro Woche über andere und 23 Prozent sogar täglich, wie der diesjährige Axa-Mobilitätstacho zeigte. Das grösste Störpotential liege auf der Strasse.
Dabei kann gestresstes, aggressives oder aufgeregtes Fahren gefährlich werden. Wer weniger konzentriert sei, mache beim Fahren mehr Fehler, wurde Luca Genovese vom Axa-Kompetenzzentrum für Mobilität in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert.
Ärger, Angst, Unsicherheit
Besonders sicher fühlen sich Verkehrsteilnehmende demnach zu Fuss (89 Prozent), im öffentlichen Verkehr (86 Prozent) oder im Auto (83 Prozent). Anders auf dem Zweirad: Wer mit dem Motorrad, Velo oder E-Bike unterwegs ist, fühlt sich laut Umfrage häufiger unsicher. Drei von vier Velo- oder E-Bike-Fahrenden teilten die Angst, von anderen Verkehrsteilnehmenden in einen Unfall verwickelt zu werden.
Generell dominierte bei allen Befragten die Angst vor anderen Strassenverkehrsteilnehmenden und weniger vor dem eigenen Können, resümierte die Axa.
Fremde Fehler suchen
Stau, verstopfte Strassen und fremde Fahrfehler: Das sind die grossen drei Ärgernisse von Autolenkenden. Besonders ärgerlich finden sie, wenn andere auffahren (63 Prozent), sich ablenken lassen (59 Prozent), nicht blinken (57 Prozent) oder im Schneckentempo unterwegs sind (51 Prozent).
Wer zu Fuss oder auf dem Velo unterwegs ist, fürchtet eher zu schnelles oder rücksichtsloses Autofahrverhalten. Gemeinsam haben sie den Frust über Velo- oder E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer.
Nicht nur auf der Strasse, auch im ÖV können die anderen zum Problem werden: Fast drei Viertel beklagen lautes Telefonieren oder Medienkonsum ohne Kopfhörer. Aber auch liegengelassener Abfall (68 Prozent), Füsse auf den Sitzpolstern (55 Prozent) und penetrante Gerüche (53 Prozent) sorgen unterwegs für schlechte Laune.
Unglücklich unterwegs
Wer hauptsächlich mit dem Velo fährt, ist öfter zufrieden als andere Verkehrsteilnehmende. Auch Autofahrerinnen und Autofahrer zeigten sich zufrieden damit, wie sie sich hauptsächlich fortbewegen. ÖV-Nutzende wären am liebsten mit dem Auto unterwegs, unglückliche Fussgängerinnen und Fussgänger bevorzugterweise mit dem ÖV.
Insgesamt gab die Hälfte der Bevölkerung an, die alltägliche Mobilität sei für sie zumindest ein bisschen belastend und erschöpfend – am häufigsten leiden Personen, die häufig im ÖV unterwegs sind.
Vor fremden Türen kehren
Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gab an, die Wahl des Verkehrsmittels nach der Umweltfreundlichkeit auszurichten – 15 Prozent tun dies sogar stark. Vier von zehn Befragten haben gelegentlich ein schlechtes Gewissen, weil sie das nicht tun.
Dabei sollen andere ihr Mobilitätsverhalten umweltfreundlicher gestalten, wie ganze 70 Prozent der Befragten finden – selbst dazu bereit sind aber nur 52 Prozent, wie die Axa-Umfrage zeigte.
