Bündner FDP-Nationalrätin Giacometti tritt Ende November zurück
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Höfner Volksblatt  
24. September 2026

Bündner FDP-Nationalrätin Giacometti tritt Ende November zurück

Die Bündner FDP-Nationalrätin Anna Giacometti will per Ende November aus dem Parlament zurücktreten. Zuvor hatte sie bereits mitgeteilt, dass sie nicht mehr zu den Wahlen 2027 antreten werde.

Erst vor gut einer Woche sagte sie dem rätoromanischen Fernsehen und Radio RTR, dass sie bei den Wahlen 2027 nicht mehr kandidieren werde. Sie brauche mehr Zeit für sich und die Familie, erklärte sie damals. „Ich habe zwei Söhne, die weit weg leben. Ich freue mich darauf, künftig wieder mehr Zeit mit ihnen zu verbringen und zu reisen“, sagte sie.

Nun hielt sie gegenüber RTR fest, dass für sie bereits Ende November Schluss sei. Sie bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die entsprechende Meldung. Die laufende Herbstsession ist aber bereits ihre letzte, danach arbeitet sie in der Finanzkommission noch bis zum Beginn der Wintersession mit.

Sie wurde 2019 in das nationale Parlament gewählt und verteidigte 2023 ihren Sitz für die FDP. Zuvor war sie Gemeindepräsidentin von Bregaglia GR. Sie erlangte nach dem tragischen Bergsturz am Piz Cengalo am 23. August 2017 schweizweite Bekanntheit für ihr Krisenmanagement.

Zuletzt kämpfte sie allerdings mit den Folgen dieses Ereignisses. Sie war zusammen mit vier weiteren Personen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Bergsturz angeklagt. Es stand die Frage im Raum, ob das Ereignis vorhersehbar war und die Wanderwege in der Val Bondasca hätten geschlossen werden müssen.

Das Regionalgericht Maloja sprach aber alle fünf Angeklagten frei. Im Fall von Giacometti sprach das Gericht gar von einem „klaren Freispruch“. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Ex-Regierungsrat könnte erben

Der frei werdende Sitz von Giacometti geht an die Person mit dem zweitbesten Wahlergebnis ihrer Liste. Es handelt sich dabei um den ehemaligen Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb. Er bestätigt gegenüber Keystone-SDA, dass er das Amt antreten möchte. Er zeigt sich ausserdem auch interessiert, bei den Wahlen 2027 anzutreten und auch über die laufende Legislatur hinaus Nationalrat zu bleiben.

Neben dem Abgang von Giacometti ist auch bereits klar, dass der Bündner Ständerat Stefan Engler nicht mehr zu den Wahlen 2027 antritt. Für seine Nachfolge interessiert sich Mitte-Nationalrat Martin Candinas, wie er kürzlich gegenüber Keystone-SDA festhielt. Weiter in Bundesbern bleiben wollen ausserdem Mitte-Ständerat Martin Schmid und SP-Nationalrat Jon Pult.

Die SVP-Nationalratsmitglieder Roman Hug und Magdalena Martullo-Blocher wollten sich noch nicht in die Karten blicken lassen. Graubünden verliert auf die kommende Legislatur einen Nationalratssitz und kann neu nur noch vier statt fünf Personen in die Grosse Kammer entsenden.