Grippesaison startet: BAG rechnet ab Mitte Dezember mit Hauptwelle
Das grosse Husten und Schnupfen geht wieder los: Mit dem Herbst hat in der Schweiz die Saison der Atemwegsinfekte begonnen. Während Grippe und das Atemwegsvirus RSV derzeit noch kaum zirkulieren, nehmen die Corona-Fälle regional bereits zu.
Mit dem Beginn der eigentlichen Grippewelle in der Schweiz rechnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erst ab Mitte Dezember, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA heisst.
Wie stark die Welle in diesem Winter ausfallen wird, lässt sich laut dem BAG nicht vorhersagen. Das Ausmass der kommenden Wellen von Influenza, Covid-19 und dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV), das vor allem Kleinkinder schwer treffen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Immunität in der Bevölkerung, die zirkulierenden Virusvarianten und meteorologische Bedingungen.
Covid-19 steigt typischerweise zuerst an
Epidemiologisch entwickelt sich die Lage derzeit nach den Erwartungen der Behörden. Während die Aktivität von Grippe und RSV gemäss dem Überwachungssystem Sentinella aktuell noch auf sehr tiefem Niveau liegt, steigen die Corona-Zahlen an. Covid-19 habe auch in den vergangenen Jahren jeweils bereits im Herbst seinen Höhepunkt erreicht, während die Grippe- und RSV-Saisons im Winter folgten, teilte das BAG mit.
In den vergangenen Wochen wurden dem BAG aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein jeweils rund 120 Fälle pro Woche gemeldet. In den Sommermonaten lagen die Zahlen in den meisten Wochen bei 10 bis 20 Fällen. Derzeit fällt die Covid-Zirkulation laut BAG jedoch schwächer aus als in den Vergleichszeiträumen der Vorjahre. In der ersten Oktoberwoche wurden letztes Jahr bereits über 500 Fälle registriert.
Neben Grippe, RSV und Covid-19 zirkulieren im Herbst laut dem BAG erfahrungsgemäss auch klassische Erkältungsviren wie Rhinoviren. Diese würden allerdings nicht im Meldesystem überwacht, so das BAG.
Verzögerungen bei Grippeimpfstoff
Wie das BAG auf Anfrage von Keystone-SDA weiter mitteilte, melden einige Hersteller von Grippeimpfstoffen derzeit Verzögerungen bei der Auslieferung an Arztpraxen, Spitäler, Heime und Apotheken. Es handle sich dabei jedoch nicht um einen Mangel, sondern lediglich um eine Verspätung, betonte BAG-Mediensprecher Simon Ming.
Für Risikogruppen und die Bevölkerung bleibe weiterhin ausreichend Zeit, sich impfen zu lassen.
