Selenskyj: Keine Frühwarnung vor neuen Angriffen
Nach erneuten russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt, abermals nicht von den Partnern seines Landes vorgewarnt worden zu sein.
Erst am Vortag hatte Selenskyj in einem Interview erklärt, dass Washington inzwischen wieder Aufklärungsergebnisse mit Kiew teile. Eine Zeit lang seien die Frühwarndaten für den Start ballistischer Raketen ausgefallen.
Russland habe erneut Energieanlagen und Infrastruktur in mehreren Regionen im ganzen Land attackiert, schrieb Selenskyj nun in sozialen Medien. Mindestens 550.000 Familien seien ohne Strom. Moskau habe bei einem Angriff auf die Hauptstadt Kiew und ihr Umland 16 ballistische Raketen eingesetzt. Auch andere Regionen wurden demnach mit mehr als 200 Drohnen attackiert.
Selenskyj sprach von Opfern. Behördenangaben zufolge kam in Kiew mindestens eine 21-Jährige ums Leben. Acht weitere Menschen wurden demnach verletzt.
Moskau bestätigt Angriffe
Selenskyj sprach von Realitätsverweigerung, wenn Lieferungen von Raketen für die Flugabwehr der Ukraine blockiert würden, während Russland Erleichterungen oder Aufschübe bei Sanktionen bekomme.
Das Verhältnis zwischen Kiew und Washington ist derzeit angespannt. Zuletzt hoben die USA Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend auf. US-Präsident Donald Trump setzte zudem geplante neue Sanktionen gegen Russland kurz vor ihrem Inkrafttreten aus.
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Morgen Angriffe auf Kiew und das Umland. Datenzentren und Ziele der Rüstungsindustrie seien getroffen worden, hiess es. Ausserdem sei ein Frachter im Schwarzen Meer getroffen worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion.
