Oberwalliser SVP schickt Graber und Ruppen ins Bundesrats-Rennen
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Höfner Volksblatt  
23. Oktober 2026

Oberwalliser SVP schickt Graber und Ruppen ins Bundesrats-Rennen

Auch der Walliser Staatsrat Franz Ruppen will Guy Parmelin als Bundesrat beerben. Das gab das Walliser SVP-Regierungsmitglied an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem ebenfalls kandidierenden Nationalrat Michael Graber am Freitag in Bern bekannt.

„Beide sind bereit“, sagte Romano Amacker, Präsident der SVP Oberwallis. Beide Politiker verfügten über kommunale, kantonale und nationale Erfahrung. „Wir bieten der Findungskommission eine breite Auswahl mit zwei ausgezeichneten Persönlichkeiten.“

Laut Amacker ist die SVP Oberwallis nicht die erste Kantonalpartei, die zwei Kandidaten zur Wahl vorschlägt. Das sei in der jüngeren Vergangenheit schon mehrmals vorgekommen.

Zusammen mit Graber und Ruppen haben sich mittlerweile sechs Kandidierende auf das SVP-Ticket gesetzt. Neben der Genfer Nationalrätin und einzigen Frau, Céline Amaudruz, sind das der ehemalige SVP-Präsident Marco Chiesa aus dem Tessin, der Berner Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg und der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann.

Die SVP Zug schickt zudem Thomas Aeschi ins Rennen, der sich allerdings selbst noch nicht entschieden hat, ob er auch wirklich kandidieren will.

Graber bezeichnet Parmelin als Vorbild

Graber ist seit fünf Jahren Nationalrat. 2024 hatte er für Schlagzeilen gesorgt, als er sich zusammen mit Aeschi im Bundeshaus den Anweisungen von Bundespolizisten widersetzt hatte und es zum Gerangel gekommen war.

Im Interview rechnet sich der Oberwalliser durchaus Chancen aus, auf das SVP-Ticket zu kommen. Dass er bei einer Wahl in den Bundesrat die Romands verdrängen würde, sei für ihn kein Problem. Vorübergehende Ungleichgewichte zwischen den Sprachregionen könne es geben, ausserdem habe er einen starken Bezug zum französischsprachigen Unterwallis.

Graber selbst bezeichnete sich in seiner Rede selber als entscheidungs- und meinungsstarker Politiker. Er habe sich den Entscheid zur Kandidatur zusammen mit seiner Ehefrau und Wegbegleitern reiflich überlegt, sagte er in seiner Ansprache. Als Mitglied des Stadtrats von Brig VS habe er Exekutiverfahrung und wisse, wie es sei, in einer Kollegialbehörde zu arbeiten.

Den abtretenden Bundesrat Guy Parmelin bezeichnete er als Vorbild, der ein Bewusstsein gehabt habe für die Stärken und Interessen der Schweiz. Er selber wolle sich dafür einsetzen, dass die Schweiz in diesen unsicheren Zeiten ihre Stärken bewahren könne und den eigenen, erfolgreichen Weg weiter beschreiten könne.

Ruppen mit Ochsentour

Ruppen hat eine klassische „Ochsentour“ in der Politik hinter sich. Er weise kommunale und kantonale Regierungserfahrung auf. Nun sei er bereit, sich für die ganze Schweiz zu engagieren.

Ruppen ist Vizepräsident des Staatsrats des Kantons Wallis und Vorsteher des Departements für Mobilität, Raumentwicklung und Umwelt. Der ausgebildete Rechtsanwalt und Notar lebt in Naters VS. Er sehe sich auch als Vertreter der Berggebiete, sagte Ruppen am Freitag in Bern vor den Medien.

Von 2015 bis 2021 vertrat Ruppen den Kanton Wallis im Nationalrat. Seine politische Laufbahn begann in der Gemeinde Naters, wo er von 2005 bis 2021 dem Gemeinderat angehörte und während viereinhalb Jahren als Gemeindepräsident amtete.

„Ich bin bereit, mich mit aller Kraft in den Dienst unseres Landes zu stellen und mich für die Schweiz und ihre Bevölkerung zu engagieren“, sagte Ruppen.