Breitling-CEO: Geschäft bei Unruhen in Frankreich verwüstet
Bei den schweren Ausschreitungen in Frankreich ist auch ein Geschäft des Schweizer Uhrenherstellers Breitling in Marseille verwüstet worden. Das finanzielle Ausmass des Schadens lasse sich noch nicht beziffern, sagte CEO Georges Kern im „Tamedia“-Interview.
Die Polizei müsse zunächst Spuren sichern, weshalb man das Geschäft noch nicht habe betreten dürfen. „Wir sind versichert und verfügen über die nötigen Mittel. Für kleine Händler ist das dramatisch“, sagte Kern in dem am Samstag publizierten Gespräch. „Glücklicherweise passierten die Ausschreitungen nachts, sodass keine Mitarbeitenden im Geschäft waren und körperlich niemand zu Schaden kam.“
Der Uhrenhersteller habe den Sicherheitsdienst in seinen Filialen aufgestockt. Bei drohenden Ausschreitungen würden die Geschäfte geschlossen bleiben. „Den Mitarbeitenden ist es freigestellt, zu kommen, aber der Wille zu arbeiten und sich gegen diese Entwicklung zu stellen, ist gross“, sagte Kern weiter.
Einbussen im Weihnachtsgeschäft befürchtet
Der Breitling-Chef befürchte zudem Einbussen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. In Paris habe es bereits Meldungen über zahlreiche Hotelstornierungen gegeben. Die Unruhen hätten spürbare wirtschaftliche Folgen. „Ich hoffe sehr, dass sich die Lage rasch beruhigt“, sagte der Firmenchef mit deutsch-französischen Wurzeln.
Die Entwicklung schockiere und schmerze ihn. Als Privatperson sehe er die Ausschreitungen als Ausdruck einer explosiven Mischung aus sozialen Problemen wie Wohnungsnot, Inflation und fehlenden Perspektiven für junge Menschen. Die Proteste seien jedoch von extremen Gruppierungen und Anarchisten für ihre Zwecke genutzt worden.
