Israels Militär vor Parlamentswahl in Alarmbereitschaft
Politik
Höfner Volksblatt  
25. Oktober 2026

Israels Militär vor Parlamentswahl in Alarmbereitschaft

Die israelischen Streitkräfte sind einem Medienbericht zufolge vor der Parlamentswahl am Dienstag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Zehntausende Soldaten seien in verschiedenen Landesteilen stationiert worden, berichtete der israelische TV-Sender Kan.

Das Militär habe zudem die Luftabwehr verstärkt, obwohl Sicherheitsvertreter die Wahrscheinlichkeit von Raketenangriffen aus dem Iran oder dem Libanon als gering einschätzten. Bei einer Übung heute und morgen wolle die Armee zudem ihre Reaktion auf einen überraschenden Angriff an mehreren Fronten trainieren.

Enges Rennen zwischen Eisenkot und Netanjahu erwartet

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind in Israel am Dienstag aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Angesichts der drängenden Probleme des Landes und der tiefen gesellschaftlichen Spaltung gilt die erste Parlamentswahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 vielen als die wichtigste in Israels Geschichte.

Jüngsten Umfragen zufolge könnte die Mitte-Partei Jaschar des früheren Militärchefs Gadi Eisenkot knapp als stärkste Kraft in die Knesset einziehen, gefolgt von der rechtskonservativen Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Beide Rivalen dürften jedoch Schwierigkeiten haben, eine regierungsfähige Koalition zu bilden.

Erste Wahlprognosen am Dienstagabend erwartet

Nach Schliessung der Wahllokale um 21.00 Uhr (MEZ) am Dienstagabend sollen erste Prognosen auf Grundlage von Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Im Laufe des Abends und der Nacht werden dann erste Hochrechnungen auf Basis bereits ausgezählter Stimmen erwartet.

Mit vorläufigen Endergebnissen rechnet das Wahlkomitee frühestens am Donnerstag. Die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Erfahrungen aus früheren Wahlen zeigen, dass sich die Mehrheitsverhältnisse bis zur vollständigen Auszählung aller Stimmen noch verschieben können.

Regierungsbildung könnte sich hinziehen

Nach der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses hat Staatspräsident Izchak Herzog sieben Tage Zeit, einen Kandidaten mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Zuvor konsultiert er die gewählten Parteien. Der beauftragte Kandidat hat anschliessend 28 Tage Zeit, eine Koalition zu bilden.