Lange Schlangen in Zürich vor Brasilien- und Serbien-Wahl
Vor dem serbischen Konsulat und dem Kongresshaus in Zürich haben sich angesichts der anstehenden Wahlen in Serbien und Brasilien am Sonntag lange Schlangen gebildet. Erste Ergebnisse für beide Länder werden am späten Abend und in der Nacht erwartet.
Zahlreiche sich in der Schweiz befindende Brasilianerinnen und Brasilianer wollten ihre Stimme in der am Sonntag stattfindenden Präsidentschaftswahl abgeben. Hunderte Menschen standen dafür am Sonntagmorgen etwa vor dem Zürcher Kongresshaus trotz anhaltendem Regen an.
In der Stichwahl um die Präsidentschaft im grössten südamerikanischen Land stehen sich Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro gegenüber. Beide Kandidaten stossen auf erhebliche Vorbehalte. Bolsonaro geht dabei mit Rückenwind in die Stichwahl.
Der 45-jährige Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro lag in der ersten Runde mit mehr als zwei Millionen Stimmen vor Lula. Zudem unterstützen ihn mehrere ausgeschiedene Kandidaten. Erste Wahlergebnisse werden kurz nach Mitternacht (MEZ) erwartet.
Kopf-an-Kopf-Rennen auch in Serbien
Und auch vor dem serbischen Konsulat in Zürich bildete sich am Sonntagmorgen eine lange Schlange von Menschen, die ihre Stimme abgeben wollten. In dem Balkanland finden vorgezogene Parlamentswahlen statt. Rund 6,4 Millionen Wahlberechtigte sind offiziellen Angaben zufolge dazu aufgerufen, die 250 Abgeordneten der Volksversammlung (Skupstina) zu wählen.
Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) des kürzlich zurückgetretenen Staatschefs Aleksandar Vucic und der Liste „Die Studenten siegen“ der neuen Studentenbewegung voraus.
Das Ergebnis entscheidet darüber, ob Vucic seine Macht bewahren kann oder nicht. In wechselnden Funktionen bestimmt der 56-Jährige bereits seit 2012 die Politik des Landes. Kritiker werfen ihm Korruption und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor.
Vucic war Ende September von seinem Amt als Staatspräsident zurückgetreten, um im Falle eines Wahlerfolgs seiner Partei Regierungschef zu werden. Sein zweites und letztmögliches Mandat als Präsident hätte im Mai nächsten Jahres geendet. Die Bewegung, die ihn nun herausfordert, ging aus den Protesten nach dem Einsturz des Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024 hervor. Dabei waren 16 Menschen ums Leben gekommen.
Die Wahllokale schliessen um 20 Uhr, Wahltagsumfragen und Hochrechnungen gibt es keine. Erste aussagekräftige Ergebnisse werden am späten Abend erwartet.
