Ständeratskommission will Wölfe vergrämen
Diverses
Höfner Volksblatt  
28. Oktober 2026

Ständeratskommission will Wölfe vergrämen

Die zuständige Ständeratskommission will Wölfe vergrämen, um sie von Nutztierherden in den Alpen fernzuhalten. Sie beantragt die Annahme einer Motion, die Treibjagden durch Herdenpatrouillen fordert. Diese sollen auch nicht tödliche Munition verschiessen können.

Mit 6 zu 4 Stimmen sagt die Umwelt-, Raumplanungs- und Energiekommission des Ständerats (Urek-S) Ja zum entsprechenden Vorstoss von Mitte-Ständerat Fabio Regazzi (TI), wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Der Nationalrat hatte die Motion im Sommer 2025 angenommen.

Nach Ansicht der Kommissionsmehrheit sind solche Vergrämungsmassnahmen notwendig, um Nutztiere besser vor Wolfsangriffen zu schützen und die Alpwirtschaft zu stärken. Damit gemeint sind gezielte Schüsse in Wolfsnähe, um bei den Tieren Angst auszulösen und sie somit gezielt von Gebieten fernzuhalten.

Der Bundesrat lehnt die Motion ab. Das Verschiessen von nicht tödlicher Munition zur Vergrämung von Wölfen, beispielsweise Gummigeschossen, setze den Einsatz von Waffen voraus, aus denen jederzeit auch scharfe Munition verschossen werden könne. Von Ausnahmen abgesehen, verbiete das Waffengesetz das Mitführen und Verwenden solcher Waffen im öffentlichen Raum.

Erfahrungen in den Kantonen mit dem Einsatz von Gummischrot gegen Wölfe zeigen laut der Landesregierung, dass diese Munition nur bei einer Distanz von weniger als 25 Metern wirksam ist. Solch nahe Wolfsbegegnungen träten jedoch so selten auf, dass diese Vergrämungsmethode kaum zielführend erscheine.

Wölfe können heute vorbeugend geschossen werden, bevor sie Schäden anrichten. Laut dem Bund liegt die Zahl der Nutztierrisse heute nach einer Spitze von 2022 nun wieder auf dem Niveau von 2021, als der Wolfsbestand in der Schweiz bei zehn bis fünfzehn Rudeln lag. Dies führt der Bund unter anderem auf höhere finanzielle Mittel für den Herdenschutz zurück.