Miriam Klein: der Weg der Basler Sängerin im männerdominierten Jazz
Die Basler Jazzsängerin Miriam Klein ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Dies teilte ihre Familie mit. Klein war als Frau eine Pionierin im Jazz Europas, die sich auch international einen Name machte.
Miriam Klein begann ihre Karriere als Sängerin in den 1950er-Jahren in Paris. Nach einer musikalischen Ausbildung in Wien, wo sie mit dem für den internationalen Jazz prägenden Pianisten Joe Zawinul zusammenarbeitete, kehrte sie in die Schweiz zurück.
Ab den 1960ern trat sie mit ihrem damaligen Ehemann auf, dem 2006 verstorbenen Gitarristen und Trompeter Oscar Klein. Sie arbeitete mit mehreren amerikanischen Jazzgrössen zusammen, etwa Dexter Gordon, Billy Cobham, Roy Eldridge, Mal Waldron und Roland Hanna.
Eigenständige Musikerin und Unternehmerin
Der internationale Durchbruch gelang ihr 1973 mit dem Album „Lady Like – Miriam Klein sings Billie Holiday“ – eine eigenständige Hommage an ihr Vorbild „Lady Day“. Die Baslerin stand in den folgenden Jahren auf der Bühne am Montreux Jazz Festival, nahm Schallplatten in New York auf und arbeitete mit dem Orchester des damaligen Schweizer Radios DRS zusammen.
Ein spätes Comeback gelang ihr 2001 mit dem Album „My Marilyn“ zusammen mit ihrem Sohn, dem Saxofonisten David Klein. Dabei interpretierte sie Songs aus Filmen mit der Schauspielerin Marilyn Monroe. Zuletzt stand Klein mit ihrem Lebensgefährten und musikalischen Partner, dem Jazzpianisten und Komponisten Christian Gutfleisch, auf der Bühne.
„In einer sowohl künstlerisch als auch geschäftlich von Männern dominierten Industrie behauptete sie sich ohne professionelle Vertretung als eigenständige Musikerin und Unternehmerin in eigener Sache“, schrieb David Klein über seine Mutter. Während ihrer musikalischen Karriere habe sie zudem vier Kinder grossgezogen, für die sie über Strecken allein verantwortlich gewesen sei.
Geboren wurde sie am 27. März 1937 in eine jüdischen Familie in Basel. Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Während des Zweiten Weltkriegs nahmen ihre Eltern Flüchtlinge auf, die sich unter Eisenbahnwagen versteckt über die Schweizer Grenze gerettet hatten, wie ihre Familie in einer Kurzbiografie über sie schreibt. Miriam Klein ist bereits am 2. Oktober gestorben.
