Putin stellt auch Tabakunternehmen JTI unter Zwangsverwaltung
Nun hat Wladimir Putin auch das Russland-Geschäft des Tabakkonzerns Japan Tobacco International (JTI) unter Moskaus Zwangsverwaltung gestellt. Laut Dekret übertrug der Kremlchef die Vermögenswerte der Aktiengesellschaft Promyschlennye Aktivy.
JTI hat nach eigenen Angaben vier Werke in Russland und produziert mehrere Zigarettenmarken in dem Land. Das Unternehmen beschäftigt demnach mehr als 4000 Menschen.
Russland gehörte für JTI, das seinen Sitz in Genf hat, zu den grössten Märkten mit einem Milliardenumsatz. Das Unternehmen stellte allerdings nach eigenen Angaben die Investitionen in Russland mit Kriegsbeginn ein.
Zuvor hatte Putin das Russland-Geschäft mehrerer westlicher Unternehmen unter Fremdverwaltung gestellt, darunter die Töchter des Lebensmittelriesen Nestlé sowie der Handelskonzerne Metro und Auchan. Die Firmen hatten ihre Arbeit in dem Land ungeachtet des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fortgesetzt.
Westliche Aktiva als Faustpfand
Putin hatte im September nicht ausgeschlossen, dass das Eigentum westlicher Firmen verstaatlicht wird. Geplant sei das aber nicht. Russland sei bereit, die Vermögenswerte im Fall einer Besserung der Lage wieder an die Eigentümer zu übergeben. Die Fremdverwaltung schaffe aber auch die Möglichkeit, „spiegelbildlich“ auf den Raub von russischen Firmenaktiva im Westen zu reagieren, sagte er.
Der Präsident hat die Beschlagnahmung von russischem Staatsvermögen im Westen als „völlig unzulässig“ kritisiert. Als Beispiel nannte er die Gazprom Germania GmbH in Deutschland, die nach Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 unter dem Namen Securing Energy for Europe GmbH (Sefe) verstaatlicht wurde.
