Schulraumplanung
Fridolin Zweifel: «Zuerst skeptisch, heute überzeugt»
Fridolin Zweifel hat die Schulraumplanung in der Gemeinde Wangen kritisch begleitet und äusserte sich entsprechend auch an mehreren Gemeindeversammlungen. Heute sagt er Ja zum vorliegenden Projekt.
Herr Zweifel, was verbindet Sie mit Wangen?
Ich lebe seit 1983 mit meiner Familie hier. Der Bau der A3 hat mich in den 1970er Jahren in die Ausserschwyz geführt. Ich war unter anderem in der Finanzund Liegenschaftskommission sowie in der Projektgruppe Seniorenzentrum aktiv, habe beim Umbau des Schulhauses 2 mitgewirkt und mit Ruedi Sutter die Musikschule Obermarch gegründet.
Was macht Wangen für Sie besonders?
Wangen ist ein ländliches Dorf mit überschaubaren Strukturen, See und Natur vor der Haustür und guten Verkehrsverbindungen – ideal für Familien. Wenn in einem Einfamilienhaus die nächste Generation einzieht, leben dort oft wieder Kinder. Diesen Generationenwechsel müssen wir beim Schulraum im Blick behalten.
Sie standen der Schulraumplanung zunächst skeptisch gegenüber. Weshalb?
Anfangs war unklar, wie man die Planung angehen wollte und in welchem Umfang die bestehenden Gebäude ersetzt werden sollten. Vor allem die Kosten beschäftigten mich. Deshalb habe ich ein Kostendach verlangt. Bei einem Projekt dieser Grösse braucht es klare Informationen.
Was hat Ihre Haltung verändert?
Die Vorstellung des konkreten Projekts an der Gemeindeversammlung im April. Da lagen endlich verlässliche Fakten vor, und die Botschaft ging ausführlich auf die offenen Fragen ein. Die kritischen Stimmen waren aber wichtig: Sie haben die Verantwortlichen gefordert und das Projekt besser
gemacht.
Was überzeugt Sie am vorliegenden Projekt?
Es ist ein durchdachtes Gesamtkonzept mit zeitgemässen Schulräumen, modernen Sportanlagen und einem Treffpunkt für die ganze Bevölkerung. Es geht um mehr als Schulzimmer: um unsere Vereine, das Dorfleben und die Begegnung der Generationen.
Wie ein Apfel hat das Projekt eine saure Seite, den Preis, und eine süsse, das klare Konzept. Für mich überwiegt die süsse Seite.
Wäre eine schrittweise Sanierung nicht die bessere Lösung?
Ich befürchte ein Flickwerk, das ebenfalls viel Geld kostet, ohne die Bedürfnisse abzudecken. Auch bei einem Nein bleiben die alten Gebäude und der fehlende Platz. Sanierungen und Provisorien müssten trotzdem finanziert werden. Zudem wären die bisherige Planung und die zugesagten Kantonsbeiträge verloren. Wir würden viel Geld ausgeben, ohne die Probleme zu lösen.
Der Preis bleibt trotzdem ein wichtiger Punkt.
Selbstverständlich, es ist eine grosse Investition. Die Finanzierung wurde offen dargelegt; laut Finanzchef ist sie für Wangen machbar. Wichtig ist mir, dass die Gemeinde jede Bauphase kontrolliert und nach Vertragsabschluss Mehrkosten durch Projektänderungen konsequent vermeidet.
Sie sprechen oft von der Verantwortung gegenüber den Jungen.
Die Zukunft gehört den Jungen. Wir schulden der nächsten Generation eine zeitgemässe Infrastruktur.
Auch unsere Vorfahren hatten den Mut zu grossen Vorhaben, etwa der Gotthardbahn oder der Linthkorrektion, für die sich Hans Conrad Escher einsetzte. Diesen Weitblick wünsche ich mir auch heute.
Was möchten Sie den Stimmberechtigten mitgeben?
Mein Leitgedanke: Wangen zuerst. Entscheiden wir sachlich und auf Grundlage der Fakten. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Wir haben ein konkretes Projekt, das Schule, Sport und Bevölkerung zusammenführt.
Deshalb sage ich am 29. November JA.
Fridolin Zweifel lebt seit 1983 mit seiner Familie in Wangen.
