Mindestalter 15 Jahre: Mehrheit für Regeln bei Social-Media-Nutzung
Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung sieht in sozialen Netzwerken eher eine Gefahr als eine Chance. Das teilte ein Forschungsinstitut am Dienstag mit.
In einer repräsentativen Umfrage konnte Marketagent bei der Mehrheit der 1001 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Wunsch nach einem gesetzliche Mindestalter sowie verstärkten gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung sozialer Plattformen feststellen.
TikTok mit Abstand am riskantesten
In der Wahrnehmung der Befragten wiegen die Risiken von Social Media für Kinder und Jugendliche doppelt so schwer wie die Nutzungsvorteile. Chancen wie soziale Teilhabe und Kommunikation, der Erwerb digitaler Kompetenzen und der Zugang zu Wissen und Bildung fallen angesichts von Gefahren wie sexueller Belästigung, übermässigem Konsum, Sucht oder Cybermobbing kaum ins Gewicht.
Als besonders riskant für Kinder und Jugendliche schätzten die Befragten die Plattform TikTok ein – gefolgt von Snapchat und Instagram, wobei letztere in der Umfrage ungefähr gleichauf lagen.
Eine Lösung könnte die Einführung eines gesetzlichen Mindestalters sein. Ein solches würden, so die Umfrage, 83 Prozent der Befragten befürworten. Mit rund 81 Prozent liegt die Zustimmung unter den 14- bis 19-Jährigen kaum merklich tiefer. Das gewünschte Mindestalter lag der Umfrage zufolge bei 15 Jahren.
Das zeigt laut Geschäftsführer Roland Zeindler, dass ein gesetzliches Mindestalter für viele ein wichtiger Schritt für einen effektiven Kinder- und Jugendschutz sei und einen verantwortungsvollen Umgang mit Social Media ermögliche.
Für die Einhaltung verantwortlich wären in der Wahrnehmung der Befragten vor allem die Eltern. Deutlich weniger Verantwortung sahen sie bei den Plattformen selbst oder beim Staat.
