Graubünden prüft wegen Ausweichverkehr die Lösung von Birsfelden BL
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Höfner Volksblatt  
22. Mai 2026

Graubünden prüft wegen Ausweichverkehr die Lösung von Birsfelden BL

Graubünden ist vom Stau und dem damit verbundenen Ausweichverkehr genervt. Dieser droht auch über das anstehende Pfingstwochenende. Bündner Politikerinnen und Politiker von links und rechts schlagen nun ein Sanktionierungsmodell wie in Birsfelden im Baselbiet vor.

In Birsfelden gilt seit 2025 auf mehreren Quartierstrassen ein Durchfahrtsverbot, um den Ausweichverkehr zu unterbinden. Mit einer Busse bestraft wird, wer sich weniger als 15 Minuten in den betroffenen Zonen aufhält. Die Durchfahrtskontrolle erfolgt automatisiert, und Einwohnerinnen und Einwohner sowie das ortsansässige Gewerbe sind davon ausgenommen.

SVP und Grüne mit ähnlichen Gedanken

Die Idee stösst bei der Bündner SVP auf Sympathie. „Die aktuelle Lösung des Kantons, mittels Sicherheitskräften die Einfahrten zu schliessen, kann keine langfristige Lösung sein.“ Sie sei auch nicht wirtschaftlich und behindere die Einwohner weiter, indem sie nicht ihre bestmögliche Ausfahrt nutzen könnten. In ihrem eingereichten Fraktionsauftrag fordert die Partei deshalb die Bündner Regierung dazu auf, möglichst rasch ein Projekt nach dem Vorbild von Birsfelden aufzugleisen und dem Parlament vorzulegen.

Das Ansinnen hat im Parlament realistische Chancen. Denn: Auch Anita Mazzetta (Grüne) richtet Fragen an die Regierung, die in die gleiche Richtung zielen. Ihre Anfrage wurde von gut 40 Ratsmitgliedern aus SP, Mitte, GLP und FDP mitunterzeichnet. Zusammen mit den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Auftrags der SVP würde sich damit eine Ratsmehrheit für das Anliegen ergeben.

Mazzetta stellt in ihrer Anfrage fest: „Die automatischen Durchfahrtskontrollen wurden vom Kanton Baselland geprüft und genehmigt, sind aber noch Gegenstand gerichtlicher Überprüfungen. Der Erfolg ist offensichtlich: die Stauumfahrungen haben seitdem stark abgenommen.“ Sie fragt die Regierung deshalb an, ob das Modell für Graubünden ebenfalls denkbar sei und welche gesetzlichen Grundlagen möglicherweise angepasst werden müssten.

Nun ist die Bündner Regierung am Zug, sie muss auf die Vorstösse antworten, bevor sich das Parlament damit befasst.

Ausweichroute für Einheimische

Eine andere Massnahme traf kürzlich die Gemeinde Domat/Ems GR. Bei viel Ausweichverkehr wird für die einheimische Bevölkerung eine Ausweichroute geöffnet.

Die sogenannte Blue Line war an Ostern zum ersten Mal geöffnet und ermöglicht es der einheimischen Bevölkerung, schneller nach Domat/Ems zu gelangen. Je nach Verkehrslage könnte die Ausweichroute auch an den anstehenden Pfingsttagen zum Einsatz kommen.