Nickless: „Der übergrosse Anzug steht für die 80er, die ich liebe“
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Höfner Volksblatt  
22. Mai 2026

Nickless: „Der übergrosse Anzug steht für die 80er, die ich liebe“

Am Freitag ist das neue Album des Zürcher Drummers und Sängers Nickless erschienen. „Cars And Things That Go“ ist eine Synthpop-Platte mit viel 80er-Charme.

Ein gelber Wagen ziert das Cover von „Cars And Things That Go“. Dabei ist Nickless nicht unbedingt ein grosser Autoliebhaber: „Ich bin einfach gern in Bewegung. Und es gibt keinen schöneren Ort, um Musik zu hören, als im Auto und dabei aus dem Fenster zu schauen“, sagte der Musiker der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Auf 80er-Jahre macht nicht nur das Albumcover: Das Schlagzeug und Synths haben die akustische Gitarre ersetzt und von den Anfängen von Nickless, als noch viel Singer-Songwriting und Folk mitschwang, ist hier nicht mehr viel zu hören. Die Kombination aus Singen und Schlagzeug spielen macht heute seine Musik aus. Die 80er-Jahre-Ästhetik bringt Nickless mit der neuen Platte ins Heute, denn das Ganze klingt mit seinem cleanen Sound dann gar nicht so retro.

„Mich fesselt einfach die Klangästhetik dieser Zeit“, so Nickless – ob Michael Jackson, Bryan Adams, Prince oder Falco: Die Liste der Musiker aus den 80er-Jahren, die Nickless hört, ist lang. „Statt Computermusik dominierten damals analoge Synths und klopfende Sounds, was mir als Schlagzeuger gefällt.“ Aber natürlich auch die Ästhetik drumherum, die über das Klischee des Stirnbands und der pinken Aerobic-Kleidung hinausgeht. „Der übergrosse Anzug steht für die 80er, die ich liebe.“

Für die Tanzfläche und den Schmerz

Wenn ein Schweizer Musiker die 80er-Nostalgie verkörpert, dann ist das der Ostschweizer Musiker Crimer, mit dem Nickless das Feature „Take Me Dancing“ geschrieben hat. „Der Song ist sehr schnell entstanden“, so Nickless. Der eingängige Song ist ein idealer Soundtrack fürs Aufbrezeln vor dem Gang auf die Tanzfläche.

Es sind aber teilweise durchaus auch melancholische Töne, die Nickless auf seinem neuen Album anschlägt. Insbesondere der letzte Titel „How to Let You Go“ . „Oft schreibe ich einen Song einfach nur für mich, um etwas zu verarbeiten. Das ist so einer.“ Es sei kein klassisches Trennungslied, vielmehr gehe es ums Sterben und um die Gefühlswelt, die einen überrumpelt, wenn ein Freund oder eine Freundin geht. „Während des Schreibens des Songs musste ich mehrmals stoppen und heulen, das habe ich sonst nie.“

Der Hit „Don’t Stop The Car“ ist ebenfalls auf Nickless‘ drittem Album drauf. Damit hatte er vor einem Jahr für Furore gesorgt, als er den halsbrecherischen Stunt machte und für den Videoclip auf einem Heissluftballon Schlagzeug spielte.