Mafia-Vermögen beschlagnahmt: Ermittlungen auch in der Schweiz
Eine Operation gegen die Mafia auf Sizilien hat weitere Ermittlungen auch in der Schweiz nach sich gezogen. Das beschlagnahmte Vermögen kommt laut italienischen Medien mutmasslich aus dem Umfeld des 2023 verstorben Cosa-Nostra-Bosses Matteo Messina Denaro.
Koordiniert wurde der Einsatz von der Bezirksdirektion zur Bekämpfung der Mafia in Palermo. Der Nachrichtenagentur Adnkronos zufolge erstreckte sich die Operation neben Italien auf acht weitere Länder.
Darunter befinden sich gemäss der italienischen Finanzpolizei neben der Schweiz auch Andorra, Gibraltar, die Kaiman-Inseln, Luxemburg, der Libanon, das Fürstentum Monaco und Spanien.
Adnkronos zufolge finden in den beteiligten Ländern derzeit Durchsuchungen und Ermittlungen statt. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigten Bundesanwaltschaft und Bundesamt für Polizei, dass bei der Bundesanwaltschaft deswegen ein Rechtshilfeersuchen aus Palermo eingegangen ist.
Das Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft von Palermo (Direzione Distrettuale Antimafia) sei in diesem Jahr gestellt worden und werde bearbeitet, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Donnerstag weiter mit.
Geld stammt aus Drogenhandel
Die Ermittlungen hätten ein riesiges Vermögen offengelegt, das aus dem Drogenhandel stamme. Die Gelder seien bereits seit den 1980er-Jahren unter der Führung der sizilianischen Mafia Cosa Nostra in der Region Trapani und von Matteo Messina Denaro reinvestiert worden.
Die Operation ist gemäss einem Sprecher der italienischen Finanzpolizei der Höhepunkt intensiver Ermittlungsarbeit. Dadurch habe ein gewaltiges Vermögen rekonstruiert werden können.
Das Geld stammt der Finanzpolizei zufolge aus dem Drogenhandel. Dieser werde seit den 1980er Jahren von der mafiösen Organisation Cosa Nostra Trapanese organisiert, die bis zu seinem Tod im Jahr 2023 dem Mafia-Boss – Capo dei Capi – Matteo Messina Denaro unterstand.
30 Jahre auf der Flucht
Denaro war einer der skrupellosesten Anführer der sizilianischen Mafia, die etwa in der Filmreihe „Der Pate“ dargestellt wird.
Denaro wurde mehrfach in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, unter anderem wegen Beteiligung an der Ermordung der Anti-Mafia-Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino 1992 sowie an tödlichen Anschlägen in Rom, Florenz und Mailand im Jahr 1993.
Im Sommer 1993 verschwand Denaro spurlos und lebte bis zu seiner Festnahme 30 Jahre später auf der Flucht, was ihn zum meistgesuchten Verbrecher Italiens machte. Seine Tarnung flog auf, als er sich wegen einer Krebserkrankung behandeln lassen wollte.
Am 16. Januar 2023 wurde Denaro auf dem Weg zu einer Klinik in Palermo festgenommen. Er verstarb nur wenige Monate später im Gefängnis an den Folgen seines Krebsleidens.
