VW-Chef Blume kündigt grösste Neuausrichtung in der Geschichte an
Nach der Sitzung des VW-Aufsichtsrates zu möglichen weiteren Einsparungen bekräftigt Konzernchef Oliver Blume das Ziel, den Autobauer neu auszurichten. Die Geschäftsleitung treibe die Transformation weiter voran, teilte Blume am Freitag mit.
„Mit unserem Zukunftsplan stellen wir den Konzern auch in einem global massiv herausfordernden Umfeld noch robuster und wettbewerbsfähiger auf“, so Blume. Auch sprach er von der „umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte“.
Die Geschäftsleitung übernehme damit „Verantwortung für die nachhaltige Zukunft des Unternehmens – in einer Zeit, in der die Automobilindustrie weltweit stark unter Druck steht“, so Blume weiter. „Wir begrenzen Risiken, erschliessen neue Chancen aus eigener Stärke und setzen ein klares Zeichen für Aufbruch am Wirtschaftsstandort Deutschland.“
„Präsenz auf den grossen Weltmärkten stärken“
Finanzchef Arno Antlitz ergänzte: „Wir wollen weiterhin in begeisternde Elektrofahrzeuge und neueste Softwarelösungen für unsere Kunden investieren, gleichzeitig unsere Verbrennerfahrzeuge technologisch wettbewerbsfähig halten und unsere Präsenz auf den grossen Weltmärkten stärken.“
Dafür müsse der Konzern konsequent Kosten senken, Konzernsynergien heben, Komplexität reduzieren und so die Ertragskraft nachhaltig steigern, betonte Antlitz: „Der Zukunftsplan ist dafür ein starker Hebel.“
In Wolfsburg hatte der Aufsichtsrat am Donnerstag über mögliche neue Sparpläne beraten. Beschlüsse gab es nicht.
Laut „Manager Magazin“ könnten bis zu 100’000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Laut „Bild“ könnten es sogar 120’000 sein. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland drohe gar die Schliessung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.
