Ausserschwyz
21. Juli 2023

Lehrpersonen im Kanton halten

«Nahezu alle Klassenlehrerpensen konnten besetzt werden», konnte man diesen Sommer wieder einmal in der Zeitung lesen. Dies freut mich natürlich. Aber wer steht im Schulzimmer vor unseren Kindern? Länger gültige befristete Lehrbewilligungen, der Einsatz von Studenten im letzten Studienjahr und die Einstellung von Personen ohne pädagogische Ausbildung, die an der PH Schwyz notdürftig während fünf (!) Tagen ein minimales Rüstzeug erhalten.

Die passende Ausbildung ist für mich nicht verhandelbar, und diese ist ein wesentlicher Gelingensfaktor für gute Unterrichtsqualität. Da mache ich mir als Vater von drei kleinen Kindern Sorgen. Innovative Ideen, wie das neue Fernstudium zur Primarlehrperson der PH Schwyz, kann ich nur begrüssen. Und dass die Schulleitungen entlastet werden sollen, finde ich wich-tig und nötig. Diese stemmen in den Schulhäusern mit vielen zeitintensiven Massnahmen die Folgen des akuten Lehrpersonenmangels.

Ich stelle mir aber die Frage: Wann werden die gut ausgebildeten Lehrpersonen im Kanton Schwyz entlastet und wertgeschätzt? Die zweite Klassenlehrpersonlektion wäre eine einfach umsetzbare Sofortmassnahme mit Signalwirkung ins Herz der Schulhausteams.

Ich hoffe, dass wenn die Resultate der Lehrpersonenumfrage endlich vorliegen, die dann ergriffenen Massnahmen wirklich den Fachpersonen in den Schulzimmern des Kantons Schwyz zugutekommen.

Das oberste Ziel muss sein, die Attraktivität des Lehrberufs zu steigern, und dies auch mit Blick auf die Arbeitsbedingungen in unseren Nachbarkantonen.

In diesen Sommer haben mehr als 60 Lehrpersonen den Kanton Schwyz verlassen, um in einem anderen Kanton zu unterrichten. Diese Zahl muss unbedingt gesenkt werden. Die Schwyzer Politik ist gefordert.

Martin Raña, SP-Kantonsrat, Küssnacht am Rigi